Arendsee l Noch immer fassungslos schildert Schafhalter Thomas Abel den Vorfall: „Samstagabend war ich noch zum Füttern auf der Weide, am Sonntagmorgen fand ich das Tor offen vor und die Weide leer“, berichtet er. Die Trauer ist ihm deutlich anzumerken. Er habe erst gedacht, die Tiere seien rausgelaufen. Zunächst sucht Thomas Abel die Umgebung ab. „Aber weder meine Schafe noch Köttel, die sie aus Angst unterwegs verloren haben, fand ich.“ Auch seine Frau Kathrin, Tochter Franziska und Sohn Tobias nahmen die Nachricht mit Empörung auf. „Und meine Enkelin Mayla weinte bitterlich, denn sie war oft bei den Tieren zum Streicheln, vor allem die Lämmchen Moritz und Anja liebte sie“, so Abel.

Er habe den Verlust bei der Polizei angezeigt, die sofort ermittelte und auch die Aufnahmen der Videoüberwachungskamera des Baumarktes nebenan sichtete. Da sei zwar ein Pkw mitten in der Nacht vorgefahren und habe gegenüber geparkt. Aber die Insassen hatten sofort das Licht abgeschaltet. Es sei nichts zu erkennen gewesen. Und die Weide sei nicht im Bild aufgetaucht. „Leider, denn so habe wir kaum Anhaltspunkte, wer uns das angetan hat“, meinte Abel. „Ich hoffe nur, dass die Schafe nicht militanten Tierschützern in die Hände gefallen sind“, fügte seine Frau hinzu. Die Vermutungen seien jedoch fruchtlos.

Auch der Facebook-Aufruf von Sohn Tobias habe bislang kein Ergebnis gebracht.

Vor fast zwei Jahren schaffte sich die Familie die Barbardosschafe an und ließ sie auf dem erworbenen Grundstück, das zur Amtsfreiheit gehört, aber an der Straße Drei Eichen liegt, grasen. Auf dem 1500 Quadratmeter großen Areal hatten sie ausreichend Futter.

Lämmer geworfen

Der „Leihbock“ war erst vor vier Wochen durch den jungen Nachfolger Max ersetzt worden. „Er sollte frisches Blut in die Herde bringen“, so Abel. Die beiden Mutterschafe haben im Januar und im Februar ihre Lämmer geworfen. „Jetzt hofften wir im Frühjahr erneut auf Nachwuchs.“

Aus all den Plänen wird nun nichts mehr. Und ob Abels erneut das Wagnis eingehen und neue Tiere anschaffen, wissen sie im Moment nicht. „Nie hätten wir gedacht, dass es Diebe auf unsere Herde abgesehen haben könnten“, meinte Kathrin Abel. Ihrer Familie bleiben nun noch Kater Garfield, Dackel Rita und die Hühner.