Diesdorf l „Wir hatten 2020 ein ruhiges Jahr. Es war geprägt durch das Projekt Baugebiet“: Das sagt Bürgermeister Fritz Kloß beim Rückblick auf das vergangene Jahr. Um das Erschließen der Fläche an der Bergstraße für die künftige Wohnbebauung umsetzen zu können, müsse einiges an Geld in die Hand genommen werden. „Der Bedarf ist da, dass junge Familien bauen wollen. Deshalb haben wir das Grundstück auch erworben, das wir dafür zur Verfügung stellen wollen“, schildert Fritz Kloß.

Dennoch seien im Vorjahr einige kleinere Sachen realisiert worden. So sei die Buswendeschleife an der Bahnhofstraße in Diesdorf befestigt worden. Erneuert worden sei auch eine kleine Anliegerstraße in Dankensen, deren Zustand schon seit Jahren bemängelt worden sei.

Neuer Zaun um Friedhöfe

In den Jugendclub seien Restmittel investiert worden. So seien die Regenentwässerung sowie ein Spritzschutz am Gebäude realisiert worden. Der Weg vom Tor zum Eingang sei nun gepflastert. „Dankbar sind wir Jugendclubleiter Torsten Neumann, der Rasen eingesät hat. So gibt es jetzt ein vernünftiges Bild rund um den Treffpunkt“, urteilt der Bürgermeister.

Am Rathausgebäude gebe es in Sachen Sanierung etwas Nachholbedarf. Im Vorjahr sei das Dach auf der angebauten Garage erneuert, der Giebel mit einem neuen Anstrich versehen worden. Auf den Friedhöfen müsse ebenfalls etwas gemacht werden. Teile der Einzäunung der letzten Ruhestätten in Molmke und Dülseberg seien im Vorjahr ersetzt worden. In diesem Jahr sollen die Arbeiten weitergehen.

Seilrutsche ist gekauft

„Wir denken zudem an die Kinder“, sagt Fritz Kloß. So sei eine Seilrutsche für den Diesdorfer Spielplatz gekauft worden. Das Sonnensegel, das künftig das Planschbecken im Erlebnisbad überspannen und für Schatten sorgen soll, sei ebenfalls bereits geliefert worden.

Auf der Wunschliste des Gemeinderates für 2021 steht die Regenentwässerung der Molmker Straße in Diesdorf. „Das sollte eigentlich schon im Jahr 2019 umgesetzt werden, aber da haben wir es nicht geschafft. Jetzt ist die Planung aber fertig“, schildert der Bürgermeister. In diesem Jahr solle das Vorhaben gemeinsam mit dem Altmarkkreis umgesetzt werden. „Die Entwässerung wird straßenbegleitend eingebaut. Die Gemeinde hat ein Grundstück erworben, auf dem ein Regenrückhaltebecken entstehen wird“, blickt Fritz Kloß voraus.

Die Gemeinde, so schätzt er ein, habe die bisherige Corona-Zeit gut überstanden. Die Steuereinnahmen seien fast gleich geblieben. „Trotz der Einschränkungen und der verkürzten Öffnungsmöglichkeiten ist das Erlebnisbad sehr gut angenommen worden“, freut er sich. Er hoffe, dass auch in diesem Jahr wieder viele Besucher die Freizeitstätte nutzen werden.

Eröffnungsbilanz steht aus

Spannend bleibe die Frage, was die Eröffnungsbilanz, an der derzeit auf Hochtouren gearbeitet werde, für den Haushalt der Gemeinde bedeuten werde. „Wir wissen noch nicht, wie viel Geld dann noch übrig bleibt“, weist er auf einen Unsicherheitsfaktor hin. Er hofft jedoch, dass das Erschließen des Baugebietes realisiert werden kann, „notfalls mit einem Kredit, da wir das Geld zum Großteil von den künftigen Eigenheimbauern zurückholen können“.

Die Gemeinde sei derzeit dabei, den Bauhof neu zu strukturieren. Er werde im Rathaus einen neuen Standort finden. „Im Vorjahr sind zwei Gemeindearbeiter in Rente gegangen. Wir haben aber Ersatz gefunden“, sagt er. Insgesamt würden vier Mitarbeiter mit unterschiedlichen Stundenzahlen dafür sorgen, dass es in den 19 Ortsteilen auf kommunalen Flächen sauber aussehe. Das sei das absolute Minimum. Die Vielzahl der kleinen Orte sei eine ganz schöne Herausforderung, nicht nur in der Laubsaison. Und auch in Sachen Entfernung würden da etliche Kilometer zusammenkommen. Die Gemeinde sei bestrebt, die Mitarbeiter fahrzeugmäßig gut auszustatten. Ein neuer Multicar, der auch für den Winterdienst eingesetzt werden könne, sei gekauft. „In diesem Jahr wollen wir, wenn wir es uns leisten können, ein Auto mit einer Doppelkabine kaufen. Denn es ist manchmal notwendig, mehr als zwei Beschäftigte zu transportieren, beispielsweise Mitarbeiter über Förderprogramme, die selbst keinen Führerschein haben“, sagt der Diesdorfer Bürgermeister.

Bibliothek ist weiter wichtig

Für das laufende Jahr gebe es neben den kleinen Wünschen auch einige Dinge, die nicht voraussehbar seien. „Unsere Straßen sind teilweise 20 Jahre alt. Da muss immer mal wieder was in Sachen Unterhaltung gemacht werden“, nennt er ein Beispiel.

Festgehalten werden solle an der Gemeindebibliothek, die ein Stück Lebensqualität im Flecken Diesdorf ausmache. „Solche Einrichtungen sind neben anderen wichtig, um neue Einwohner anzulocken. Denn diese wollen sich hier wohlfühlen“, sagt Fritz Kloß. Im Vorjahr, so schildert er, seien in Diesdorf vier Häuser neu entstanden. „Der Ort ist gefragt. Diesen Standard, den wir über Jahre aufgebaut haben, wollen wir gern halten“, merkt er an.

Alte Darre auf Wunschliste

Der Jugendclub, ein Pfund, mit dem die Gemeinde ebenfalls wuchern könne, werde gut angenommen. „Es war die richtige Entscheidung mit dem neuen Standort, auch wenn es etwas mehr gekostet hat als geplant. Aber es ist viel in Eigenleistung passiert“, erklärt der Bürgermeister.

Er träumt davon, dass im nächsten Jahr die Arbeiten an der Alten Darre vorangehen können. „Diese mindestens anzuschieben, das wäre der größte Wunsch am Ende meiner Amtszeit“, blickt Fritz Kloß voraus. Denn zur nächsten Bürgermeister-Wahl im Juni 2022 wolle er nicht noch einmal antreten. „Vielleicht findet sich ein potenzieller Nachfolger. Dann könnte ich diesem mein Wissen über das Ehrenamt langfristig weitergeben“, denkt er laut nach.