Diesdorf/Salzwedel (me) l Der historische Weihnachtsmarkt ist der Besuchermagnet im Veranstaltungsreigen des Diesdorfer Freilichtmuseums. Rund 9000 Besucher wurden in den vergangenen Jahren verzeichnet. In diesem Advent fällt er der zweiten Corona-Welle zum Opfer. Deshalb sei die Saison im Vergleich zu 2019 nur bis zum Oktober vergleichbar, informiert Kreissprecherin Birgit Eurich.

Trotz der deutlich abgespeckten Angebote kamen von Mai bis Oktober 7155 Besucher auf das Gelände. Von April bis Oktober 2019 waren es 13.400. Halbe Saison – halbierte Gästezahl, lautet das Resümee. Dass es trotz der Einschränkungen noch einen moderaten Publikumsverkehr gab, wird auch darauf zurückgeführt, dass viele Leute in Deutschland Urlaub gemacht haben oder gleich ganz in der Region geblieben sind. „Im August und September lagen die Besucherzahlen sogar über dem Niveau des Vorjahres“, bilanziert Landrat Michael Ziche. Auch ohne Veranstaltungsangebote habe es die Leute auf das Museumsgelände gezogen.

Es konnte erst ab 18. Mai, zunächst für Spaziergänger, geöffnet werden. Ab Mitte Juni waren auch einzelne Gebäude wieder zugänglich. Alle größeren Veranstaltungen mussten jedoch weiterhin entfallen, Schulklassen und Kita-Gruppen auf ihre Ausflüge ins Museum verzichten. Museumspädagogische Projekte waren bis zum Ende der Saison kaum möglich.

Viele Projekte für 2021

Unter strengen hygienischen Auflagen fanden das Vergodendeel am 26. Juli und die Kartoffelernte am 30. August statt und waren ebenso gut frequentiert wie in den Vorjahren. „Der ökumenische Gottesdienst vor der Kirche aus Klein Chüden am 3. Oktober war sicherlich für alle Beteiligten und Gäste ein bewegendes Ereignis, mit dem nicht nur der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit würdig begangen, sondern auch das bemerkenswerte Sakralgebäude als neues Großexponat im Museumsdorf willkommen geheißen wurde“, erinnert der Leiter der Kreismuseen Jochen Alexander Hofmann in einer Pressemitteilung an eine Veranstaltung, die noch realisiert werden konnte. Weitere Aktionstage, Konzerte und Handwerkermärkte mussten jedoch entfallen.

„Das Team des Freilichtmuseums hofft natürlich, dass die Saison 2021 wie üblich am 1. April starten und zu Ostern, am 4. April, wieder das erste Museumsfest für die gesamte Familie stattfinden kann, dem noch viele weitere Veranstaltungen bis hin zum Weihnachtsmarkt am 11. und 12. Dezember folgen“, erklärt der Museumschef.

Kirche ein neues Highlight

Nicht nur Aktionen für Besucher sind im nächsten Jahr geplant. Auf der Agenda des Musumsteams steht auch die weitere museale Ausgestaltung der Kirche aus Klein Chüden, die Neuanlage des historischen Gartens am Doppelkossatenhaus aus Klüden, sowie eine neue Dauerausstellung zu „Spinnen und Weben“ im Speicher aus Winkelstedt.

Im Kreishaushalt für 2021 sind rund 482.000 Euro für das Freilichtmuseum eingeplant. So hoch ist der Zuschussbedarf, um den Betrieb aufrecht zu erhalten und Projekte umzusetzen, hatte Dezernentin Kathrin Rösel kürzlich im Ausschuss für Sport und Kultur erklärt. Für einige Vorhaben gibt es auch Fördergeld. So wird eine Stelle mit dem Schwerpunkt Öko-Pädagogik bis Juni 2022 aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Die mit 13.500 Euro veranschlagte Ausstattung der Kirche Chüden wird mit 6750 Euro vom Land unterstützt.

Der Ausbau des Hauses Klüden, der für 2022 auf der Vorhabenliste steht, soll mit Fördergeld aus der Dorfentwicklung umgesetzt werden, wie es im Ausschuss hieß. Dafür wird bislang mit Kosten in Höhe von 30.000 Euro gerechnet.