Volksstimme: Warum dürfen die Altmärker das Festival auf keinen Fall verpassen?

Stefanie Patz: Weil eine interessante Mischung an Aktivitäten auf die Besucher wartet. Neben einer Vorlesung speziell für Schüler aus der Region zum Thema „Twitter, WhatsApp, Facebook und Co – Was ist erlaubt, was ist verboten?“ von Professor Stefan Mensler von der Hochschule Magdeburg-Stendal stellen auf dem Unternehmer- und Existenzgründermarktplatz viele regionale Firmen aus und präsentieren sich als attraktive Arbeitgeber in der Region auch für die zukünftigen Fachkräfte. Ein weiteres Highlight sind die Schülervorträge der 12. Klasse des Jahngymnasiums in Salzwedel, die ihre Businesspläne vorstellen, die im Wirtschaftsunterricht erarbeitet wurden. Aber nicht nur Wissenswertes gibt es für die Besucher des Altmark-Macher-Festivals. Zusammen mit Jürgen Kupfer und dem Hansefest 2017 wurde ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm entwickelt mit dem Besuchermagneten „Nobody Knows“ und vielen weiteren interessanten Künstlern. Der Nachmittag steht dann ganz im Zeichen des Wirtschaftsforums Altmark, wo die IHK Magdeburg Geschäftsstelle Salzwedel als Hauptveranstalter auftritt.

Warum haben die Veranstalter das Thema Digitalisierung gewählt?

Stefanie Patz: Das Thema „Digitalisierung“ wurde gewählt, weil in diesem Jahr neue Förderrichtlinien herausgegeben wurden und diese damit bekannter gemacht werden sollen. Staatssekretär Thomas Wünsch wird zusammen mit den beiden altmärkischen Landräten das Altmark-Macher-Festival eröffnen und als Experte vor Ort zur Verfügung stehen. Des Weiteren ist auch die Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt als Aussteller vertreten und beantwortet vor Ort Fragen zu diesen Förderprogrammen. Weiterhin wurde das Thema ausgesucht, weil das Förderprogramm „Land(Auf)Schwung“ einen Schwerpunkt in diesem Bereich hat und dadurch viele Aussteller aus diesem Bereich gewonnen werden konnten.

Kann dabei mehr herauskommen als nur Absichtserklärungen? Denn bislang sieht es ja mit schnellem Internet in der Region eher mau aus.

Stefanie Patz: Das genaue Ergebnis des Wirtschaftsforums kann ich leider nicht vorhersagen. Ich finde allerdings, dass die Mischung aus Fachvorträgen und Praxisberichten sehr ausgewogen ist. Das Altmark-Macher-Festival ist eine Veranstaltung mit Informationscharakter. Es geht darum zu zeigen, was Digitalisierung bedeutet, was heute schon in der Altmark möglich ist und dass sich gegebenenfalls neue Kooperationsformen im Bereich der Digitalisierung ergeben.

Andrè Rummel: Es geht uns nicht ausschließlich um die Breitbandanbindung. Sondern darum, was Digitalisierung für unsere Region bedeutet. Praxisbeispiele zeigen, dass die Wirtschaft in der Altmark im Digitalisierungsprozess eindrucksvoll „mitmischt“ und Akzente setzt.

Aber dafür ist doch eine gute Internetanbindung die Voraussetzung...

Andrè Rummel: Ja, das stimmt natürlich, und da sind wir in der Altmark benachteiligt.

Arbeitsmarktforscher warnen vor der Digitalisierung als Jobkiller. Im Altmarkkreis Salzwedel könnten 17,8 Prozent und im Landkreis Stendal 12,4 Prozent der Stellen verloren gehen. Warum also diese Entwicklung forcieren?

Andre Rummel: Mit der Digitalisierung steht ein Thema im Fokus, das in Wirtschaft und Gesellschaft vielfältig diskutiert und unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen wird. Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt verändern, dann die regionale Wertschöpfung steigern, dem Fachkräftemangel entgegenwirken und Regionen attraktiver machen.

Stefanie Patz: Digitalisierung bringt viele Chancen mit sich, bedeutet aber auch an anderer Stelle Konsequenzen. Diese Konsequenzen sollen anhand der Praxisberichte von regionalen Unternehmern aufgezeigt werden. Meiner Meinung nach können nur die Praktiker beleuchten, was Digitalisierung in heutigen Zeiten bedeutet.

Regionalmarketing ist für viele Bürger ziemlich abstrakt. Wie wollen Sie den Besuchern Ihre Themenfelder nahe bringen?

Stefanie Patz: Das Altmark-Macher-Festival soll das abstrakte Thema „Regionalmarketing“ greifbarer machen. Wir wollen damit das Innenmarketing, das heißt das Bewusstsein für die eigene Heimatregion, stärken, indem wir beispielsweise Schülern zeigen, dass nach dem Schul- oder Studienabschluss durchaus eine berufliche Karriere in der Altmark möglich ist. Viele regionale Firmen agieren zum Teil weltweit, und dies ist den Altmärkern meistens gar nicht oder kaum bewusst.

Was können sich altmärkische Unternehmer und die Wirtschaft allgemein von dem Festival versprechen?

Stefanie Patz: Die regionale Wirtschaft und die altmärkischen Firmen können im Rahmen des Festvials ihr Knowhow vorstellen und zeigen, inwieweit die Produktionsabläufe heute schon digitalisiert ablaufen und zum Beispiel Wartungen weltweit aus der Altmark möglich sind. So ist auch die Landwirtschaft eingebunden und zeigt, wie modern dieser „uncoole“ Themenbereich sein kann. Natürlich erhoffen wir uns auch viele interessante Gespräche untereinander. Denn auch in diesem Jahr wird das Netzwerken wieder ganz groß geschrieben.

Und die Veranstalter, welche Ergebnisse erwarten Sie?

Stefanie Patz: Viele zufriedene Besucher, die bei schönstem Sonnenschein das Altmark-Macher-Festival besuchen und am Wochenende beim Hansefest ihren Bekannten davon berichten.