Beetzendorf/Diesdorf l Der Wunsch der Schüler, Lehrer und Eltern der Diesdorfer Grundschule nach dem Neubau einer Aula wird wohl auch im kommenden Jahr nicht in Erfüllung gehen. Nachdem das Projekt in diesem Jahr der Sanierung der Abbendorfer Kita weichen musste, hat zumindest dem Haushaltsentwurf der Verbandsgemeinde (VG) nach der brandschutz- und elektrotechnische Umbau der Jübarer Grundschule 2019 Priorität. Mehr noch: Die mit 880.000 Euro Baukosten fixierte Aula soll frühestens 2022 gebaut werden. Für Günther Serien, den Vorsitzenden des Einrichtungs- und Sozialausschusses, ist die Verschiebung nicht nachvollziehbar. „Wir haben uns im Verbandsgemeinderat eindeutig dazu bekannt, vorhandene Gelder als nächstes für den Bau der Aula einzusetzen“, erklärte er. Zu diesem Wort müsse man stehen und lieber andere Vorhaben um ein Jahr aufschieben.

Auflagen sind zu erfüllen

Bauamtsleiter Markus Starck verteidigte die Entscheidung im Ausschuss. Für die Jübarer Grundschule gebe es seit Jahren brandschutz- und elektrotechnische Auflagen, die jetzt erfüllt werden müssten. „Das ist unsere Pflicht. Dass eine Schule eine Aula haben muss, steht dagegen nirgends“, meinte er.

Auch VG-Bürgermeister Michael Olms plädierte für die Verschiebung des Aulabaus. „Solange wir pflichtige Aufgaben haben, bei deren Erfüllung wir im Rückstand sind, ist das vordergründig zu behandeln“, stellte er klar.

Luxusproblem

Unterstützung erhielt die Verwaltung im Planungsausschuss vom Beetzendorfer Dietmar Sommer. „Die gesetzlichen Regelungen sind eindeutig. Wir sind daran gebunden. Erfüllen wir die Auflagen nicht, machen wir uns alle haftbar und laufen Gefahr, dass man uns die Schule irgendwann schließt“, sprach sich das VG-Ratsmitglied dafür aus, der Jübarer Schulsanierung den Vorzug zu geben. Den Aulabau halte er dagegen für „ein absolutes Luxusproblem“. „Es gibt wichtigere Sachen als so eine Aula, die relativ selten genutzt werden wird“, so Sommer. Für Veranstaltungen der Schule könne man notfalls auch mal ein Zelt aufstellen.

Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß gab zu bedenken, dass die Aula nicht nur für Veranstaltungen genutzt werden soll. Sie entlaste auch die derzeit sehr angespannte räumliche Situation in der Grundschule. „Mit dem Aulabau können wir zwei zusätzliche Klassenräume gewinnen“, erläuterte er.

Ratsmeinung nicht beachtet

Die Winterfelderin Ninett Schneider kritisierte die Vorgehensweise der Verwaltung in Sachen Aulabau. „Wir haben uns öffentlich dazu positioniert, diese Investition 2019 anzugehen“, erinnerte sie. Dass trotz dieser politischen Vorgaben das Projekt im Etatentwurf einfach nach hinten geschoben worden ist, sei nicht in Ordnung. „Die Ratsmeinung hätte sich hier wiederfinden müssen“, betonte Schneider im Sozialausschuss. Der VG-Bürgermeister sah das anders. „Die Verwaltung hat Recht und Gesetz umzusetzen und nicht politische Willensbekundungen“, konterte Michael Olms.

Wallstawes Bürgermeister Frank Wulff brachte im Planungsausschuss den Vorschlag ins Spiel, zugunsten der Diesdorfer Grundschulaula den für 2020 geplanten Neubau eines Feuerwehrhauses in Bonese um ein Jahr zu verschieben. So könne die Aula wenigstens im übernächsten Jahr errichtet werden. Doch bei der Abstimmung im Planungsausschuss fand diese Idee keine Mehrheit. Außer Wulff stimmte nur ein weiteres Ausschussmitglied zu, drei votierten dagegen, drei weitere enthielten sich der Stimme. Endgültig entscheidet aber erst der Verbandsgemeinderat über den Haushalt, voraussichtlich am 12. Dezember.