Diesdorf l Auf einer Gemeindefläche neben dem örtlichen Feuerwehrgerätehaus soll in den kommenden Jahren für Investitionskosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro das neue „DLRG Zentrum Diesdorf“ entstehen. Nils Leitloff, Initiator der erst seit einem Jahr bestehenden Ortsgruppe, stellte das Vorhaben den Mitgliedern des Diesdorfer Bauausschusses vor.

Nach Angaben Leitloffs, der bereits eine Entwurfsplanung eines Architektenbüros vorlegen konnte, soll auf der rund 800 Quadratmeter großen Fläche an der Sandstraße ein DLRG-Stützpunkt für den Katastrophenschutz, Schulungszwecke und die Arbeit der Ortsgruppe gebaut werden. „Das ist hundertprozentig sicher“, bestätigte Leitloff im Gespräch mit der Volksstimme, dass die Finanzierung über den DLRG-Landesverband durch Fördermittel bereits gesichert sei. Die Ortsgruppe ist der Bauherr, erklärte er.

Fahrzeughalle und Mehrzweckgebäude

Der geplante Neubau ist aufgeteilt in eine Halle, die bis zu vier Fahrzeugen Platz bieten soll sowie einen zweigeschossigen Anbau. Dort sollen im Erdgeschoss Umkleiden, sanitäre Anlagen, ein Lager und ein Seminarraum eingerichtet werden. In der zweiten Etage entstehen Büros für die Ortsgruppe sowie ein großer, aufteilbarer Schulungsraum. „Wir wollen dort bundesweite Schulungen durchführen“, berichtete Leitloff, dass zum Beispiel auch DLRG-Mitglieder aus Bayern dort zu Gast sein könnten.

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„Das ist ein geniales Projekt für Diesdorf“, betonte Daniel Rieck, Vorsitzender des Bauausschusses, und verwies auf die Nähe zur Freiwilligen Feuerwehr. Auch Bürgermeister Fritz Kloß zeigte sich erfreut über die geplante Großinvestition in der Gemeinde. „Wir müssen nun aber entscheiden, wie wir unser Grundstück aufteilen. Dazu hatte Nils Leitloff zwei Varianten als Plan dabei. Der Bauausschuss favorisierte am Ende einen länglicheren Bau. Damit bleibe dem Ort noch eine Wiesenfläche zum Beispiel für Veranstaltungen erhalten.

Allerdings muss auch die Ortsgruppe Diesdorf als Bauherr einen Kostenanteil aufbringen. Die heimische Gruppe muss den Kauf des Grundstückes finanzieren. Der Bauausschuss nannte vorläufig einen Kaufpreis von etwa 20.000 Euro für das Gelände. Abschließend muss der Gemeinderat entscheiden, ob die Fläche an die DLRG verkauft wird. „Mit dem Preis sind wir sehr zufrieden und hoffen nun natürlich auf die Zustimmung des Gemeinderates“, sagte Nils Leitloff. Zudem bekräftigte er den Wunsch, spätestens Ende nächsten Jahres mit dem Bau beginnen zu können.

Mitgliederzahl weiter gestiegen

Mit dem Schulungszentrum und dem eigenen Domizil darin erhofft sich Leitloff auch einen weiteren Schub für die Entwicklung der Ortsgruppe. Das dieser große Sprung innerhalb eines Jahres nach Gründung der Gruppe möglich war, „damit habe ich niemals gerechnet“, sagte der technische Leiter für Ausbildung. „Wir haben derzeit 23 Mitglieder“, berichtete Leitloff.

Und tatsächlich: Innerhalb weniger Monate haben die Diesdorfer schon einiges aufgebaut. So haben sie im Sommer den Badebetrieb im Waldbad Apenburg abgesichert, bieten bereits regelmäßig Erste-Hilfe-Ausbildungen an und versuchen weiter das Projekt „First Responder“ zu etablieren. Letztgenannter – frei übersetzt ein Ersthelfer – ist wie eine Vorhut des Rettungsdienstes zu verstehen. „Dahinter verbirgt sich, dass Ehrenamtliche so wie wir im Notfall parallel alarmiert werden und Erste Hilfe leisten“, beschrieb Steffen Schulz, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe, das Projekt im April für die Volksstimme.

Doch nun müssen die Lebensretter, die im Oktober 2018, mit nur sieben Mitgliedern an den Start gingen, zunächst das Geld für den Grundstückskauf aufbringen. Neben ihrem Lehrgangs- und Kursangebot ist die Ortsgruppe dabei aber auch auf Spenden angewiesen.

Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich begeistert von diesem Engagement. Unter anderem versprechen sich die Ortsvertreter ein Gästeplus für die Gemeinde, wenn regelmäßig Lehrgänge beim DLRG stattfinden.