Salzwedel l Grüne Damen und Herren besuchen regelmäßig Patienten im Altmark-Klinikum Salzwedel. Sie widmen ihnen Zeit, suchen das Gespräch, machen Mut oder hören einfach nur zu. Eine von ihnen ist Renée Schotte aus Badel. Seit 2006 gibt es die Initiative in Salzwedel. Sie ist Mitbegründerinnen und seit 2008 Einsatzleiterin.

„Ich tue etwas Sinnvolles in meiner Freizeit“, sagt die Ehrenamtlerin über ihre Tätigkeit. Die 70-Jährige ist immer noch aktiv im ehrenamtlichen Dienst. Einen Großteil ihrer Zeit verbringt sie dort auf der gynäkologischen Station, bei Krebskranken. Dabei erlebt sie Gespräche, die in alle Richtungen gehen können. Manchmal stößt sie aber auch auf Ablehnung und akzeptiert es, wenn jemand nicht reden möchte. „Manchen hilft es zu sprechen“, sagt sie. Denn hin und wieder öffnen sich ihr Patienten doch noch zwischen Tür und Angel.

Als Kontrastprogramm Mütter besuchen

Und viel erzählen kann die Grüne Dame, denn sie ist schon viel rum gekommen. Die gebürtige Hamburgerin musste öfter umziehen, bis sie 1992, von Hessen nach Badel, in die westliche Altmark kam. Von 1996 bis 2016 unterrichtete sie Englisch an der Volkshochschule in Salzwedel.

Besonders bewundert sie den Mut der Patienten, bei denen der Krebs zurück kam und die sie deshalb mehrmals antraf. Schließlich bedeutet dies, dass der Kampf gegen die Krankheit eine negative Wendung nahm. Trotzdem begrüßten einige sie mit einem Lächeln. Denen sagte sie dann mit einem Schmunzeln: „Das haben wir doch anders ausgemacht“.

Engere Bindungen zu den Patienten waren aber nie möglich. „Dafür war die Zeit einfach zu knapp“, sagt die 70-Jährige. Zwischen einer und drei Stunden ist eine Grüne Dame pro Woche auf Station. Als „Kontrastprogramm“ beschreibt sie ihre Besuche bei frisch gewordenen Müttern. Die zeigen ihr, dass das Leben weiter geht, wenn einmal die Nachricht gekommen ist, dass ein Krebspatient nicht mehr sei.

Kontaktfreudigkeit und Einfühlungsvermögen ­– das sind zwei Fähigkeiten, die für die Grüne Dame besonders wichtig im Umgang mit Patienten sind. Ein Stück weit lernt man Emphatie, aber auch „wenn man mitbekommt, was für Schicksale andere Menschen haben“, sagt sie.

Hundeschlittenfahren in Skandinavien

Wenn Renée Schotte nicht ehrenamtlich arbeitet, liebt sie es, mit ihrem Hund Lilly durch den Wald zu laufen. Dass sie ein Freund der Vierbeiner ist, verrät sie, kurz bevor sie zum nächsten Treffen der Grünen Damen und Herren ins Altmark-Klinikum aufbricht. Sie möchte, sobald es möglich ist, sich ihren Traum erfüllen und mit einem Hundeschlitten in Skandinavien fahren.