Kindertagesstätten

Eltern in Salzwedel bei Corona-Tests von Kita-Kindern vorbildlich

In den Kindertagesstätten der Hansestadt Salzwedel läuft der eingeschränkte Regelbetrieb. Auch bei den Jüngsten sind Schnelltests an der Tagesordnung, allerdings auf freiwilliger Basis.

Von Antje Mewes
Die Kindertagesstätten in Salzwedel laufen im eingeschränkten Regelbetrieb. Die Jungen und Mädchen sollen so wenig wie möglich davon merken. Symbolfoto: dpa

Salzwedel. Nach dem Frühstück kommt der Schnelltest. Für gut zwei Drittel aller Jungen und Mädchen, die die Kindertagesstätten der Einheitsgemeinde Salzwedel besuchen, gehört das inzwischen zwei Mal in der Woche zum Alltag. „Zwischen 60 und 70 Prozent der Eltern testen ihre Kinder“, sagt Doris Gensch, Leiterin des Kita-Eigenbetriebs, auf Anfrage der Volksstimme. Das ist eine Empfehlung – keine Pflicht. Trotzdem will die Mehrheit der Erziehungsberechtigten so gut wie möglich auf Nummer sicher gehen und nimmt das Angebot an.

Die Testpäckchen bekommen sie in der jeweiligen Kita, immer freitags. Dann bringen sie ihre Sprösslinge montags frisch getestet in die Kita, mittwochs oder donnerstags erfolgt die zweite Runde. „Wir sind zufrieden mit der Resonanz“, meint die Eigenbetriebsleiterin.

Bis jetzt seien die Einrichtungen des Eigenbetriebs „ganz gut weggekommen“ in der Pandemie. Seit vor Weihnachten sind sie von Corona-Infektionen verschont geblieben.

Das Beste aus der Situation machen

„Das kann sich jede Stunde ändern, aber bis jetzt läuft es gut, und wir versuchen, das Beste draus zu machen“, ist Doris Gensch optimistisch. Was sie besonders erleichtert: „Die Eltern ziehen mit.“

Denn auch wenn die Kinder in die Einrichtungen gebracht werden können, gibt es Einschränkungen. Diese würden schon damit beginnen, dass „unsere Häuser“ seit einem Jahr mit kurzer Unterbrechung zu seien, betont sie. Nur wenn es unbedingt sein muss, dürfen Fremde die Einrichtungen betreten, etwa Handwerker. Eltern könnten allerdings nach Terminvereinbarung mit den Erziehern sprechen. Alles sei straff geregelt.

Auslastung beträgt 95 Pozent

Daran hätten sich inzwischen alle gewöhnt. Dennoch sei es nicht selbstverständlich, dass der Kita-Alltag unter diesen erschwerten Bedingungen so reibungslos vonstatten gehe. Und das vor dem Hintergrund, dass die Auslastung der Einrichtungen aktuell bei 95 Prozent liege. „Da kann man nur den Hut ziehen“, meint die Leiterin.

Allerdings kämen die Kolleginnen an ihre Grenzen. Denn aufgrund von Krankheit oder auch Quarantäne, in die Erzieherinnen mussten, weil sie zu Kontaktpersonen von Infizierten zählten, sei die Personaldecke mitunter dünn. Dann müsse die „Quadratur des Kreises gelingen“, sagt Doris Gensch.

Rotationsprinzip auf Spielplätzen

Die Kinder sollen von der aktuellen Situation so wenig, wie möglich merken. In den Häusern könnten sie sich relativ frei in ihren Bereichen bewegen. Auf den Spielplätzen gebe es „vorsorgehalber“ ein Rotationsprinzip, damit sich die Gruppen nicht zu sehr vermischen. Das sei ein kleines Steuerungsprinzip. So könnten sie aber alle die Spielgeräte nutzen.

Im Hort würden Kohorten gebildet und eingehalten. „Da orientieren wir uns an den Schulen, das ist gut abgestimmt und kommt auch räumlich ganz gut hin“, schätzt sie ein.

Was sicherlich allen fehlt, ist der direkte Kontakt zwischen Eltern und Erziehern. „Die Türangel-Gespräche“, wie es Doris Gensch nennt. Einfach mal auf kurzem Weg etwas absprechen oder fragen können.

Internetseiten mit Bildergalerien

Damit die Eltern wenigsten ein bisschen was vom Kita-Alltag ihrer Sprösslinge mitbekommen, haben fast alle Einrichtungen ihre Internetseiten aufgepeppt. Ob mit Foto-Galerien oder neuesten Informationen. „Unsere Erzieherinnen sind keine IT-Spezialisten, aber sie geben sich Mühe, möglichst aktuell zu sein“, sagt die Eigenbetriebsleiterin.

Wichtig sei aus ihrer Sicht, dass trotz der ganzen Einschränkungen die Beziehungen und der Austausch zwischen Eltern und Erziehern nicht abbrechen.