Salzwedel l Eltern, deren Nachwuchs - vor Corona - die privaten Kindergärten der Hansestadt mit Leben erfüllt haben, werden den Betreuungsbeitrag in der Krise wohl bis auf weiteres zahlen müssen. Das ist die Ansicht von Thomas Wnuck. Der Rechtsanwalt ist Vorstand im Trägerverein der Kita Kinderhouse Salzwedel.

Indirekt stützt Wnuck mit seiner Aussage die Position von Doris Gensch. Die Leiterin der städtischen Kita-Eigenbetriebe hatte kürzlich in der Volksstimme auf eine ausstehende Entscheidung der Landesregierung verwiesen. Wnuck: „Wenn die Landesregierung meint, die Eltern an dieser Stelle entlasten zu wollen, muss klar sein, dass den Trägern die ausfallenden Elternbeiträge erstattet werden.“ Auf eigene finanzielle Reserven könne ein freier Träger nicht zurückgreifen.

Nicht lösbare finanzielle Probleme

Kindertagesstätten, die nach dem Kinderförderungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt betrieben werden, finanzieren sich vollständig durch Mittel des Landes, der Landkreise, der jeweiligen Kommunen und durch die Beiträge der Eltern. Ziel ist es, kostendeckend zu arbeiten. Thomas Wnuck: „Da es unmöglich ist, Rückstellungen für schlechte Zeiten zu bilden, fallen auch keine Überschüsse an.“ Würden die Elternbeiträge wegfallen und die entstehende Lücke nicht ausgeglichen, würde das jeden Betreiber von Kindertagesstätten - egal ob als freier oder kommunaler Träger- vor nicht lösbare finanzielle Probleme stellen.

Diese Einschätzung teilt Petra Stoppel. Als Mitglied im Vorstand der Freien Schule Altmark, wünscht sich Stoppel ein klares Signal von der Stadt Salzwedel. Da absehbar immer mehr Familien von Kurzarbeit betroffen sein dürften und viele Paare schon jetzt, wegen der Betreuung ihrer Kinder, weniger Einkommen zur Verfügung haben, sei es eine gute Idee, wenn Eltern aktiv werden und Antworten fordern. In Absprache mit Städten und Kreisen sei das Land Sachsen-Anhalt aufgerufen, schnell eine Lösung für diejenigen Familien zu finden, deren Kinder auf Weisung des Sozial- und Gesundheitsministerium nicht mehr in Kitas und Kindergärten betreut werden dürfen.