Salzwedel l Tuberkulosefälle in Haldensleben, Schönebeck und Magdeburg haben für Schlagzeilen gesorgt. Auch zwei Westaltmärker sind in diesem Jahr bereits erkrankt. Tuberkulose ist laut Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Krankheit. Das bedeutet, dass Labore, Krankenhäuser und Arztpraxen verpflichtet sind, eine Diagnose auf Tuberkulose namentlich dem Gesundheitsamt zu melden, teilt Kreissprecherin Birgit Eurich auf Anfrage der Volksstimme mit.

Näher eingrenzen, beispielsweise mit Wohnort oder Alter der Betroffenen, wollte sie die Fälle mit Rücksichtnahme auf die Anonymität der Patienten nicht. Die Zahlen der Vorjahre lassen einen Abwärtstrend erkennen. So gab es 2015 zehn, 2016 sechs und 2017 vier Fälle.

Zwölf Kontaktpersonen aus dem Altmarkkreis wurden im Zusammenhang mit dem Erkrankungsfall im Hermes-Versand in Haldensleben im Salzwedeler Gesundheitsamt untersucht. Die Ergebnisse weisen bislang nicht auf eine Ansteckung hin.

Wer mit Erkrankten längeren Kontakt hatte, wird vom Gesundheitsamt vorgeladen und ist verpflichtet, sich untersuchen beziehungsweise für eine gewisse Zeit beobachten zu lassen. Ziel dieser Verfahrensweise sei, die Infektionskette frühzeitig zu unterbrechen und eine Infektion mit dem Erreger rechtzeitig zu erkennen und wenn erforderlich, eine Therapie einzuleiten, erklärt Eurich.

Nicht so infektiös wie Grippe

Tuberkulose sei dabei nicht so infektiös wie beispielsweise Grippe. Es müsse schon einen intensiven Kontakt von etwa acht Stunden mit einem Erkrankten geben. In einigen Fällen könne diese Zeit auch kürzer sein. Aber im Vorbeigehen könne sich niemand anstecken, bei kurzen Begegnungen bestehe keine Gefahr.

Tuberkulose sei heilbar. Je eher sie erkannt werde, desto schneller verlaufe die Genesung. Je später der Patient einen Arzt aufsucht, um so komplizierter könne der Verlauf werden. Es dauere abhängig vom Fall rund ein halbes Jahr oder länger bis zur Gesundung. Die Therapie sei strikt einzuhalten und werde vom Gesundheitsamt überwacht, um Resistenzbildungen der Erreger gegenüber den Medikamenten zu verhindern.

Tröpfcheninfektion

Die Ansteckung erfolgt über die Atemwege durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen, laut Singen und Sprechen.

Unterschieden wird in Infektionen und Erkrankung. Nur zehn Prozent der Infizierten erkranken in ihrem Leben tatsächlich an einer Tuberkulose. Das passiert meistens ein halbes bis zwei Jahre nach der Ansteckung. Besonders empfänglich sind Kinder, Menschen im höheren Lebensalter und immungeschwächte Menschen, informiert das Gesundheitsamt.

Ruhe bewahren

Die Symptome können Husten oder Hüsteln länger als drei Wochen, Auswurf, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, leichtes Fieber besonders in den Nachmittagsstunden, Stechen in der Brust sein.

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamt empfehlen zunächst einmal, Ruhe zu bewahren, an den verpflichtenden Untersuchungen teilzunehmen und bei Fragen und Sorgen sie zu kontaktierten.