Stendal/Salzwedel l Am späten Abend des 17. September 2016 brannten in der Salzwedeler Buchenallee 7 mehrere Kellerverschläge. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort. Es gab mehrere leicht Verletzte mit Rauchgasvergiftung. Und es entstand ein Sachschaden in Höhe von 25  000 Euro. Um den Verursacher dieses Brandes, einen gerichtsbekannten 27-Jährigen aus dem Flecken Apenburg-Winterfeld, ging es vor der Berufungskammer am Landgericht in Stendal.

Er muss für zwei Jahre ins Gefängnis, zuvor aber in den Maßregelvollzug zur Alkoholtherapie. Das Amtsgericht in Salzwedel hatte ihn am 9. Mai dieses Jahres wegen schwerer Brandstiftung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt und gleichzeitig die Unterbringung in der Entziehungsanstalt angeordnet. Verminderte Schuldfähigkeit deshalb, weil beim Angeklagten noch vier Stunden nach der Tat per Blutentnahme ein Blutalkoholwert von 3,1 Promille festgestellt worden war. Gegen dieses Urteil war die Staatsanwaltschaft Stendal zu Felde gezogen und hatte Erfolg: Die Berufungskammer unter Vorsitz von Richter Gundolf Rüge versagte dem Angeklagten die erst- instanzlich ausgesprochene Aussetzung der Strafe zur Bewährung.

Option Anrechnung

Allerdings könne ihm im Falle einer erfolgreichen Therapie im Maßregelvollzug die darin verbrachte Zeit zu zwei Dritteln auf die zweijährige Gefängnisstrafe angerechnet werden, sagte Gerichtssprecher Michael Steenbuck auf Nachfrage.

Zum Geschehen am Tatabend: Um 22.17 Uhr wurde die Feuerwehr am 17. September 2016 alarmiert worden. Sie rückte mit 27 Aktiven und fünf Fahrzeugen in Richtung Buchenallee aus. Auch Mitglieder anderer Ortswehren eilten zum Einsatzort. Wie die Polizei nformierte, hatten sich zwölf Personen eine Rauchgasvergiftung zugezogen, als sie das Haus über den verqualmten Treppenflur verließen. Eine junge Frau (17) und ein Kind (8) wurden zunächst stationär im Altmark-Klinikum aufgenommen, konnten das Krankenhaus aber schnell wieder verlassen.

Anzeige

Im Nachgang des Brandes hatte es eine Anzeige wegen angeblicher unterlassener Hilfeleistung gegen die Feuerwehr durch eine Bewohnerin gegeben. Sie gab an, dass sie und ihre vier Kinder in der Brandnacht mehrere Stunden auf dem Balkon ausharren mussten und nicht gerettet wurden. Bereits im Frühling 2016 hatte die Polizei im Zusammenhang mit einer Brandstiftung in der Hansestraße gegen den 27-Jährigen ermittelt. Damals war er aber nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt worden.