Salzwedel l Die Hansestadt Gardelegen reagiert mit einem Stipendium auf den Mangel an Lehrkräfte. Rund 7000 Euro wird das Projekt, das die Stadt gemeinsam mit dem Kultusministerium auf den Weg bringen möchte, die Kommune kosten.

Auch an den Salzwedeler Schulen werden Lehrer benötigt. Ein ähnlicher Vorschlag wie in der Nachbarstadt ist hier allerdings bislang nicht gemacht worden. „Wir beobachten die Entwicklung. Derzeit ist ein Lehrerstipendium nicht vorgesehen. Grundsätzlich begrüßen wir jede Idee, um gegen den Lehrermangel anzukämpfen“, erklärt Andreas Köhler, in der Verwaltung zuständiger Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit, auf Nachfrage der Volksstimme.

Unter den Fraktionsvorsitzenden ist man sich nicht einig, ob ein Stipendium der richtige Weg ist, um Fachkräfte zu binden. „Grundsätzlich hat das Land doch die Pflicht, für genügend Lehrer zu sorgen. Aber natürlich brauchen wir sie, um unseren Kindern eine umfassende Bildung garantieren zu können“, sagt Ute Brunsch (Die Linke).

Mit anderen Dingen werben

Anstatt eines Stipendiums würde sie mit den Dingen Werben, die Salzwedel attraktiv machen. „Bei uns gibt es Kita-Plätze, Baugrundstücke und preiswertes Wohnen. In Absprache mit der Wohnungsbaugesellschaft könnte man sich sicherlich auf zeitlich begrenzte Mietvergünstigungen für Lehrer, die nach Salzwedel ziehen, verständigen“, so Ute Brunsch. Ein Stipendium könne sich die Hansestadt finanziell gar nicht erlauben.

Dem pflichtet Norbert Hundt (SPD/Für Salzwedel) bei. Es sei dringend notwendig, dass Lehrer nach Salzwedel kommen. „Aber ich denke, es würde rein rechtlich daran scheitern, dass wir als Stadt nicht noch mehr freiwillige Aufgaben übernehmen können, ohne Probleme mit der Kommunalaufsicht zu bekommen“, berichtet er. Die Grundidee eines Stipendiums sei seiner Meinung nach aber begrüßenswert.

Wolfgang Kappler sieht keine Chance darin, „Leute zu zwingen, zehn Jahre hier zu bleiben“. Man müsse andere Anreize schaffen, um Fachkräfte in die Region zu holen. „Wir müssen ganz genau überlegen, wie das gelingen kann.“

Für Peter Fernitz (CDU) steht fest: „Wir sollten auf jeden Fall darüber nachdenken. Wir brauchen nun mal jede Fachkraft in der Region.“ Osterburg mache mit dem Stipendium für Ärzte vor, wie es gehen könnte. „Die Frage ist natürlich, ob genug Geld da ist“, weist er auf die engen finanziellen Spielräume hin. Noch gar nicht mit dem Thema hat sich die Freie Fraktion auseinandergesetzt. „Um eine Aussage zu treffen, fehlen uns die notwendigen Informationen“, sagt Vorsitzender Nils Krümmel.

Für Martin Schulz (Grüne/Bürgerbund) ist klar, dass etwas passieren muss. Über die richtige Maßnahme sei man sich aber noch nicht einig.