Salzwedel l Gerade noch angeregt plaudernd, im nächsten Moment erschrocken verstummt. Diese Situation ergab sich bei vielen Schulklassen, die den von der Salzwedeler Polizei eingerichteten, sogenannten Schockraum betraten. Blutige Bilder aus Operationssälen in Krankenhäusern zeigten dort eindringlich, ungeschönt und plakativ, welche schweren Verletzungen den Opfern von Unfällen im Straßenverkehr drohen. Damit war ein Ziel des Verkehrssicherheitstages an den Berufsbildenden Schulen in Salzwedel (BBS) schnell erreicht – die ungeteilte Aufmerksamkeit der Jugendlichen, die bald als Fahranfänger – sei es mit Moped oder Auto – auf altmärkischen Straßen unterwegs sind.

„Wir wollen die jungen Leute sensibilisieren und genau auf die Gefahren im Straßenverkehr hinweisen“, betonte Wolfgang Pietsch, Leiter der Verkehrswacht für Stadt und Kreis, die den Verkehrssicherheitstag erstmals in diesem großen Rahmen an der BBS ausrichtete. Dafür hatten sich Pietsch und seine Kollegen zahlreiche Partner ins Boot geholt.

Drogen und Alkohol

So hatte die Landesverkehrswacht ihren Überschlagssimulator und den Gurtschlitten mitgebracht, ein Optiker bot Sehtests an, die Feuerwehr war mit einem Tanklöschfahrzeug (TLF) und das Rote Kreuz mit einem Rettungswagen vor Ort. Auch der Kreissportbund und eine Fahrschule informierten die jungen Frauen und Männer, die überall ihre Fragen loswerden konnten. Schließlich ist Mobilität für sie im ländlichen Raum ein mehr als wichtiges Thema.

Bilder

„Es ist die Altersgruppe, um die wir uns am meisten Sorgen machen“, betonte Wolfgang Pietsch im Gespräch mit Fahrlehrer Wieland Wilmerstaedt. Dabei spielt auch der Drogen- und Alkoholmissbrauch eine große Rolle. So wurde an einer Station der heimischen Verkehrswacht mit der sogenannten Rauschbrille deutlich gemacht, wie schwierig die Koordination unter Alkoholeinfluss ist. „Es vergeht doch heute kaum eine Woche, in der nicht ein Führerschein wegen Fahrens unter Drogen- oder Alkoholeinfluss entzogen werden muss“, sagte der Fahrlehrer.

Besonders an den Stationen, an denen die Jugendlichen selbst aktiv werden, werde das Bewusstsein für die Gefahren als Verkehrsteilnehmer geschärft. Mit einfachen Vorträgen seien die zukünftigen Fahranfänger kaum zu erreichen, betonte Wolfgang Pietsch.

Aktion junge Fahrer

Neben einigen Klassen aus der Berufsschule, bei denen der Pkw-Führerschein im Vordergrund steht, waren auch Schüler der Gemeinschaftsschule Arendsee, der Jeetze-, der Comenius- und der Lessing-Ganztagsschule aus Salzwedel vor Ort. So probierten sich einige Mädchen und Jungen aus der Klasse 8a der Lessing-Ganztagsschule an einem Motorradsimulator aus. „Einige fangen ja demnächst mit dem Moped-Führerschein an“, berichtete Klassenlehrer Ingo Ahlberg.

Mit solch einem breit angelegten Sicherheitstag hatte die heimische Verkehrswacht zuletzt vor drei Jahren am Gardelegener Gymnasium positive Erfahrungen gesammelt. Diesmal wurde der Tag auch im Rahmen des Bundesprojektes „Aktion junge Fahrer“ ausgerichtet. Diese wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

Dass es für die Jugendlichen eindrucksvolle Erlebnisse gab, bestätigten zum Beispiel die Comenius-Schülerinnen Pia Marie Hennings (15) und Liv Schulz (16) nachdem sie kopfüber aus dem Überschlagssimulator kletterten. „Das war schon beängstigend“, meinte Liv. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Gurt soviel aushält“, berichtete Pia Marie.