Salzwedel l Zwei gestrichelte Linien 50 Zentimeter von beiden Fahrbahnrändern entfernt sollen künftig die Straßen kennzeichnen, für die der Altmarkkreis zuständig ist. Die Mittellinie entfällt ganz. Damit werden die Richtlinien und Empfehlungen der Bundesanstalt für Straßenwesen umgesetzt, erklärt Kreis-Bauamtsleiter Andreas Freude. In etlichen Nachbarlandkreisen sei damit bereits begonnen worden.

Allerdings geschehe das Ganze sukzessive. Bei Straßenneubauten oder Oberflächenbehandlungen wie Dünnschichtbelag auf längeren Abschnitten werde anschließend die neue Art der Markierung aufgebracht. Bei allen anderen Kreisstraßen ändere sich zunächst nichts. „Es dauert bestimmt noch etliche Jahre bis alle Kreisstraßen neu markiert sind“, erklärt Freude.

Unterschiedliche Anordnung

Mit der unterschiedlichen Anordnung der weißen Linien auf dem Asphalt soll der Fahrer erkennen können, dass er sich auf untergeordneten Straßen befindet. Unterschieden wird in die meist gut ausgebauten und üppig markierten Bundesstraßen, über Landesstraßen bis hin zu den Straßen, die der Kreis verantwortet. Sie seien meist schmaler und oftmals in einem nicht so guten Zustand, wie die übergeordneten Straßen. Erst recht in abgelegenen Gegenden. Der Kreis sei finanziell nicht in der Lage alle Strecken auf ein hohes Ausbauniveau zu bringen, betont Freude.

Die neue Art der Markierung mit 50 Zentimetern Abstand zum Fahrbahnrand soll dazu beitragen, dass die Fahrer sich mehr zur Mitte orientieren und nicht so schnell auf die unbefestigten Bankette geraten. Bisher war der durchgehende Randstreifen nur zehn Zentimeter von der zum Teil auch brüchigen Fahrbahnkante entfernt. Zudem soll die dadurch optisch schmaler wirkende Fahrbahn die Fahrer dazu veranlassen, aufmerksamer und langsamer zu fahren.

Noch keine Erfahrung

Von Assistenzsystemen der Autos werde die neue Markierung gut erkannt, da sie nicht so leicht verschmutze, wie die direkt am Rand aufgetragenen Striche, schätzt der Amtsleiter ein. Wichtig: Auch Radfahrer sollen jeweils links von der gestrichelten Linie fahren und nicht etwa auf dem schmalen Asphaltstreifen bis zur Kante. Und: Die nicht durchgehende Markierung darf überfahren werden, erklärt der Amtsleiter.

Darauf weist auch Polizeisprecher Frank Semisch hin. Ob sich die Änderungen auf die Unfallzahlen auswirken, müsse abgewartet werden. „Wir haben ja bisher keine Erfahrungen damit“, erklärt er. Er könne sich vorstellen, dass die Einengung die Fahrer veranlasst, das Tempo zu reduzieren und dass weniger Fahrzeuge von der Straße abkommen und auf die Seitenstreifen geraten.

Probleme könne es aus seiner Sicht an unübersichtlichen Stellen wie scharfen Kurven geben, wenn die Fahrer „keine vorausschauende und vorsichtige Fahrweise“ an den Tag legen. „Das müssen wir beobachten“, so Semisch.