Diesdorf l „In der Langobardenwerkstatt Zethlingen läuft der Aktionstag während der Ferien hervorragend. Wir wollten mal ausprobieren, ob das bei uns auch funktioniert“: Das sagte Museumleiter Jochen Hofmann. Der Andrang an den verschiedenen Stationen zeigte, dass dies ein guter Gedanke war. Keine Anmeldung, aber vieles ausprobieren können: Das lockte die jungen Gäste und ihre Begleiter an.

„Wir waren bis jetzt jeden Tag baden. Heute sollte es mal etwas anderes sein“, erzählte die Diesdorferin Christa Peggau, die mit ihren Enkeln zum Entdeckertag kam. Jascha (11)war schon ganz gespannt darauf, ob es ihm auch gelingt, einen Nagel zu schmieden. Bei Museumsschmied Manfred Heiser sah dies ja ganz einfach aus. Doch es bedurfte schon einiger Tipps, bis der erste eigene Nagel fertig war.

Kartoffeln gerieben

Nebenan duftete es nach frisch gebackenen Kartoffelpuffern. Beim Zubereiten war Mitmachen gefragt. „Ich finde das Angebot toll. Die Kinder haben doch gar keine Vorstellung, dass es früher keine Waschmaschine oder Handys gegeben hat“, erzählte Rolf Malzahn aus Groß Oesingen, der mit seinem Enkel Bjan und Nachbarstochter Emely unterwegs war. „Denkt dran, die Kartoffel muss immer ein Stück länger sein als eure Finger“, gab er den beiden vorm Reiben einen Rat. Die Freude am Mitmachen war den Kindern anzusehen. Und natürlich durfte der fertige Puffer auch probiert werden.

Bilder

Im Haus Püggen ging es ebenfalls kulinarisch zu. Hier lernten die jungen Besucher spielerisch den Weg vom Korn zum Brot kennen, formten ihre eigenen Brötchen, so auch Lucy aus Böckwitz. Die Siebenjährige macht derweil bei ihren Großeltern in Kunrau Urlaub. „Mein Mann Manfred hat den Tipp in der Zeitung gelesen, da sind wir losgefahren“, sagte Oma Helga Voß. Nach dem Ausprobieren ging der Ferientag in Salzwedel weiter: beim Shoppen und im Kino.

Mit Wolle gewebt

Ein paar Schritte weiter ging es um das Kämmen von Wolle und das Weben mit diesem Naturmaterial. Nebenan wurde mit Eimern Wasser geholt: Dieses brauchten die Ururomas schließlich, um auf dem Waschbrett die Kleidung mit Seife wieder sauber zu bekommen. Die Kinder erlebten, dass es anstrengend und zeitaufwändig war, bis endlich die Hose im Wind trocknen konnte. Und auch das Arbeiten mit Lehm kam gut an. Da war Matschen ausdrücklich erlaubt.

„180 Besucher beim ersten Mal: Wir sind mehr als zufrieden. So kann es weitergehen“, resümierte Jochen Hofmann.

Wer die Entdeckertag-Premiere verpasst hat, sollte sich den Donnerstag, 2. August, vormerken. Dann gibt es von 10 bis 14 Uhr noch einmal zahlreiche Angebote im Freilichtmuseum bei der dann zweiten Auflage.