Abbendorf/Schönewörde l Der Jahreswechsel von 1989 zu 1990 war es, als alles begann, was die beiden Feuerwehren heute verbindet. In jenen Tagen, als gerade für die Menschen unweit der verhassten Grenze alles anders wurde, lernten sich der damalige Schützenvereinsvorsitzende aus Schönewörde, Siegfried Lindloff, und der Chef der Jungschützen aus Abbendorf, Bernd Wellert, auf einer Silvesterparty kennen. Damals konnten bei Waddekath bereits Fußgänger die Grenze queren.

Die Schönewörder Schützen luden daraufhin die Abbendorfer im Februar 1990 zu ihrem Ball ein. „Habt ihr auch eine Feuerwehr“, wurden die Abbendorfer damals von Ortsbrandmeister Rolf Feldmann gefragt. Und so kam alles ins Rollen. Dass das alles schon 30 Jahre her sein soll, kam am Dienstag den meisten irgendwie unwirklich vor. So sehr sind die aufregenden Ereignisse von damals noch präsent. Und so wurde auch wieder die Geschichte mit dem Telegramm erzählt.

Telegramm geschickt

Sich per Telefon zu verabreden, war damals quasi unmöglich. Also wurde das erste Treffen via Telegramm vereinbart. „Schreiben dankend erhalten – kommen Samstag mit acht Kameraden – mit freundlichen Grüßen Heiko Fricke“, telegrafierte der damalige Wehrleiter an seinen Amtskollegen Rolf Feldmann.

Bilder

Aus der damaligen DDR auszureisen, war zu dem Zeitpunkt für die Abbendorfer Wehrleute schon kein Problem mehr. Für die Schönewörder zum Gegenbesuch einzureisen, aber schon. Und das hing alles mit einem Dienstreiseantrag zusammen, den der damalige Gemeindedirektor zuerst nicht unterschreiben wollte. Auf Drängen des Ortsbrandmeisters entschied er sich um, so dass die Schönewörder ihre Freunde im Osten doch noch besuchen konnten. Allerdings war das Ganze quasi eine Auslandsreise mit Passkontrolle, Stempel und allem Drum und Dran, erinnert sich Rolf Feldmann lachend.

Für die jüngeren Wehrmitglieder sind diese Schwierigkeiten kaum noch vorstellbar. Sie genossen unbeschwert einen kleinen Imbiss, der für das Grenztreffen vorbereitet war. Dabei durfte der obligatorische Tausch von Bananen – aus Richtung West, versteht sich – gegen Schnaps aus dem Osten nicht fehlen. Anschließend ging es zu einem gemütlichen Zusammensein ins Abbendorfer Gerätehaus, wo noch einige Stunden gefeiert wurde.