Salzwedel l Brände, Unfälle, Unwetter, technische Pannen – wenn sie geschehen, sind die Feuerwehren gefragt. Corona hin oder her. „Das Wichtigste ist für uns die Erhaltung der Einsatzbereitschaft“, sagt Stadtwehrleiter Holger Schmidt. Wie wichtig das ist, zeigen 236 Einsätze, zu denen die Ortsfeuerwehren der Hansestadt im vergangenen Jahr ausgerückt sind. 170-mal war die Salzwedeler Wehr dabei.

Wobei das Brandgeschehen etwas höher war als die technische Hilfeleistung. Zu etwa 60 Prozent seien es Brände gewesen, die die Wehrleute auf den Plan gerufen haben. In 40 Prozent der Fälle wurden sie für die Unterstützung bei Unfällen, zur Beseitigung von Ölspuren, Tierrettungen, besonderen Transporten von Patienten, Türöffnungen und ähnlichem alarmiert. Einen bedeutenden Anteil mache zudem die Beseitigung von Sturmschäden aus.

Autos nicht volll besetzt

Alles unter Einhaltung der Corona-Bedingungen, betont der Stadtwehrleiter. Das bedeute, dass die Autos nicht voll besetzt werden können. Zudem besteht FFP2-Maskenpflicht. Damit seien alle Ortswehren ausgestattet worden, und es gebe auch noch ausreichend Reserven.

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Alles, was sonst zum Alltag der Freiwilligen gehört, wie die 40 zu absolvierenden Dienststunden im Jahr, bei denen verschiedene Einsatzszenarien geübt werden, sei weitgehend zum Erliegen gekommen. Die Ausbildung ist für die Aktiven eigentlich Pflicht. Diese Regel sei ausgesetzt worden. „Es geht nicht anders und ist dieses Jahr unrealistisch“, sagt der Stadtwehrleiter. Der Kreis habe zudem Schulungen und Lehrgänge vorläufig abgesagt.

Atemschutz üben

Anders sieht es bei den Atemschutzgeräteträgern aus. Sie müssen jährlich eine Belastungsübung absolvieren, die üblicherweise unter realistischen Bedingungen in Klötze stattfindet. Das sei pandemiebedingt nur sehr eingeschränkt möglich. „Deshalb haben wir den Wehren gestattet, dass sie die Tests selbst organisieren können“, sagt der zuständige Kreis-Dezernent Hans Thiele auf Anfrage. Denn es sei immens wichtig festzustellen, ob die Einsatzkräfte, die unter Atemschutz in verrauchte und brennende Gebäude vordringen, körperlich und gesundheitlich dazu in der Lage sind. „Im Übungsturm der Salzwedeler Feuerwehr haben sich kürzlich Atemschutzgeräteträger dieser Untersuchung unterzogen, indem sie unter anderem unter Vollschutz die Treppen hoch und runter gelaufen sind“, berichtet der Stadtwehrleiter.

Versammlungen verschoben

Normalerweise stünden Anfang des Jahres in den meisten Ortsfeuerwehren die Jahreshauptversammlungen an. Dann kommt alles zur Sprache, was im zurückliegenden Jahr gut gelaufen ist oder wo es gehakt hat. Die Einsätze werden ausgewertet. Feuerwehrmänner werden geehrt oder ausgezeichnet. Das ist aktuell kaum möglich. Eventuell in großen Räumlichkeiten, schätzt Schmidt ein. Aber davon habe bisher keine Ortswehr Gebrauch gemacht.

Alles verschoben

Die Versammlungen online zu organisieren, sei aus seiner Sicht keine Alternative. „Nur im äußersten Notfall“, schätzt er ein. Denn Ehrungen und Auszeichnungen seien digital nicht besonders feierlich. Auf die üblichen Rechenschaftsberichte der einzelnen Abteilungen werde ebenfalls verzichtet. „Wir haben einfach erstmal alles verschoben“, sagt er.

Der Informationsfluss leide darunter nicht. Er sei mit den Ortswehrleitungen ständig in Kontakt. Das sei medial über E-Mail oder ähnliches gut möglich. Auf die Weise hielten auch die Kinder- und Jugendwarte Kontakt zu ihren Schützlingen. Mit ein bisschen Theorie und Spielen versuchten sie, den Feuerwehrnachwuchs bei der Stange zu halten. „Aber es werden wohl einige abspringen“, befürchtet er. Schon zu lange gebe es keine praktische Ausbildung und andere gemeinsame Aktivitäten mehr.

Drehleiter und Gerätehaus als größte Projekte

Ansonsten gebe es genug zu tun für ihn und seine Mitstreiter. Im Vordergrund stehe dabei das Abarbeiten des Brandschutzbedarfsplanes. Dabei stehen unter anderem das Bohren von Tiefbrunnen und das Beschaffen von Fahrzeugen wie einer neuen Drehleiter für Salzwedel auf der Agenda.

Sie ist ab dem kommenden Jahr Bestandteil des Haushaltsplans der Stadt, genau wie der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit zwei Stellplätzen für den Stützpunktbereich F (Gerstedt-Eversdorf). Für letzteres Vorhaben mit einem Gesamtumfang von rund 1,835 Millionen Euro sehe es nicht so gut aus. Er befürchte, dass das Land angesichts der finanziellen Lage die Fördermittel für Gerätehäuser „zusammenstreiche“. So etwas deute sich bereits an.

Bei den Fahrzeugen gebe es inzwischen lange Wartezeiten seitens der Hersteller. Er gehe davon aus, dass die Anschaffungen nur nach und nach umgesetzt werden können, erklärt Holger Schmidt.

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