Salzwedel l „Jetzt geht es an die Eintragung des Vereins“, sagt Anne Buch nach der digitalen Gründerversammlung. Sie zählt zu den 15 Vereinsmitgliedern, die kürzlich das Fundament des neu gegründeten „Bürgermeisterhof Verein - Wir sind ALLE Bürgermeister*innen“ legten. Zum Vorstand um Janet Meusel gehören Jacob Blödow, Michael Kopp, Anne Buch und Sabine Decker.

Anne Buch ist insbesondere von der Vielfalt bei den Vereinsmitgliedern angetan. „Sie kommen aus den Bereichen Kunst und Kultur, von Initiativen wie Pro Baum und Solidarisches Salzwedel oder aus Heimatvereinen“, und zudem sei eine Vielzahl von Berufen vertreten, so unter anderem Architekt Ullrich Lemme.

Erhalt und Instandsetzung

Nun sollen, sofern es die Pandemie in der Breite wieder zulässt, die Ärmel hochgekrempelt und angepackt werden. „Wir arbeiten derzeit nur allein oder zu zweit“, sagt Jacob Blödow aus dem Vorstand: „Und natürlich immer mit entsprechenden Abstand.“ Kürzlich habe er mit einem weiteren Mitstreiter einen toten Baum gefällt. „Da war Gefahr im Verzug.“ Der Baum drohte zu fallen, dabei Menschen und den Bürgermeisterhof zu treffen. Weiterhin hat Jacob Blödow mit Thomas Fischer eine Küche für die Vereinsmitlieder aufgebaut. Peu à peu geht es voran. „Primär geht es erstmal um den Erhalt und die Instandsetzung des Areals“, so Anne Buch mit Blick in die Zukunft. Denn das Ziel bleibt: „Der Bürgermeisterhof soll wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden.“ Und dabei spielen natürlich finanzielle Mittel eine entscheidende Rolle. Und das soll über Crowdfunding geschehen, gewissermaßen eine Gruppenfinanzierung.

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Aus Dornröschenschlaf wecken

Zur Erinnerung: Zwei Frauen des Vereins hatten das Gelände 2020 für 80.000 Euro erworben und es so davor bewahrt, Spekulationsobjekt zu werden. So habe rechtzeitig der Antrag auf Fördermittel für die Notsicherung aufrecht erhalten werden können, die bereits vom Land bewilligt wurden. „Jetzt heißt es, die Darlehen für die Kaufsumme zurückzahlen und als gemeinnütziger Verein den Bürgermeisterhof aus seinem Dornröschenschlaf aufwecken“, schreibt dazu Vereinsvositzende Janet Meusel. Die Idee: 800 für 100. Demnach sollen bestenfalls 800 Menschen gefunden werden, die bereit sind, für dieses Vorhaben 100 Euro zu spenden, um die Kaufsumme bis Ende März zusammenzubekommen und die Darlehen damit auszulösen. „Wenn uns das gelingt, haben wir die Chance, unsere ganze Energie in den Erhalt der Häuser zu stecken und den Hof zu beleben“, so die Vereinsvorsitzende.

Zusätzlich ist der Verein für weitere Mitglieder offen: Ob aktiv oder passiv. Denn auch deren Beiträge sollen dabei helfen, wichtige finanzielle Mittel zum Erhalt des Bürgermeisterhofs zu akquirieren.

„Einer der erste Schritte, neben den Bautätigkeiten, wird die Eröffnung der Hansenbande im Frühling sein, eines Gemeinschaftsladens von Künstlern und Kunsthandwerkern aus der Region“, schreibt Janet Meusel weiter. Diese ziehen nämlich von der Altperverstraße in die ehemalige Parfümerie in die Burgstraße und renovieren seit Wochen das Geschäft. Auch das Café im Hof soll reaktiviert werden. Die Zapfanlage wurde bereits gespült und wieder hergerichtet.