Weitere Termine

15. Dezember, 18 Uhr: Filmvorführung und Gespräch „DEPORTATION CLASS“: Der Dokumentarfilm DEPORTATION CLASS zeichnet ein umfassendes Bild der staatlichen Maßnahmen der Abschiebung. Von der Planung einer Sammelabschiebung über den nächtlichen Großeinsatz in den Unterkünften der Asylbewerber bis zu ihrer Ankunft im Heimatland und der Frage, was die Menschen dort erwartet.

22. Dezember, 18 Uhr: Gemeinsames Singen mit der „audioschmiede“ : Lieder über den Alltag, Politik und die Liebe – „kollektives Liedgut“, wie die Organisatoren sie nennen. Es sind Lieder, die seit Jahrhunderten weitergetragen werden und Lieder, die sie gestern erst aufgeschnappt haben.

29. Dezember, 18 Uhr: Schattentheater „Zwei Brüder: Zwei Brüder können ihr Versteck in einer belagerten Stadt in Syrien nicht verlassen. Vier Wochen harren sie in ihrer Wohnung aus. Es gibt bald keinen Strom mehr, kein Wasser, kein Essen. Ein Loch im verbarrikadierten Fenster ist ihr einziger Kontakt zur Außenwelt. Sie haben Angst und muntern sich immer wieder auf, trotzdem durchzuhalten. Ein beeindruckendes Spiel mit den Schatten der Vergangenheit. (wo)

Salzwedel l Aufmerksam machen sich die acht Jugendlichen Notizen, als sie ihre Mitschüler der Salzwedeler Berufsschule am Dienstagvormittag durch die Ausstellung „Topographie der Menschlichkeit: Jenseits von Lampedusa – Willkommen in Kalabrien“ in einem leerstehenden Geschäft in der Burgstraße leiten. Vom Bündnis „Solidarisches Salzwedel“ organisiert, wird das süditalienische Dorf Riace vorgestellt.

 Dessen zwei Bürgermeister hatten im Jahre 1999 damit begonnen, Flüchtlinge, die seit Jahren in großer Zahl an der nahen Mittelmeerküste nach der gefährlichen Überquerung des Mittelmeeres strandeten, aktiv im Ort zu integrieren. In einer Region, die seit Jahrzehnten unter der Abwanderung leidet, eröffnete diese Strategie Chancen für Einheimische und Neuankömmlinge gleichermaßen Chancen.

Ein Beispiel für die Altmark?

Eine Woche hatten die acht Schüler Zeit, um sich auf ihre Aufgabe als Ausstellungsassistenten vorzubereiten. Fragen sollen sie beantworten und Diskussionen anstoßen. Dabei soll es auch um die Frage gehen, ob Riace beispielgebend sein kann für die Altmark. Denn Parallelen zwischen den Landstrichen gibt es vor allem in Hinblick auf die Abwanderung junger Menschen.

Gar keine so eine leichte Aufgabe, bei einem Thema, das so polarisiert wie kaum ein anderes. Da hilft es natürlich, dass einige der acht Guides sich schon privat damit auseinandergesetzt hatten. „Ich war auf einer Demo, um für Flüchtlinge zu demonstrieren“, erzählt etwa Celine Prelinski aus Ellenberg.

Die Salzwedelerin Lena Sophie Fritzsche hat über ihren Freundeskreis gleichaltrige Flüchtlinge kennengelernt. „Das war schon eine gute Erfahrung. So kann man Vorurteile abbauen. Am Ende stellt man fest: Wir sind alle nur Menschen“, erzählt die 16-Jährige. Diskussionen zu starten, erweist sich in der Praxis dann aber als ein nicht so leichtes Unterfangen. Zuerst müssen Hemmungen abgebaut werden. Ist dies geschehen, wird sich rege über das Thema ausgetauscht. Die vorgetragenen Standpunkte sind dann durchaus kontrovers.

Nicht nur für Schüler

Dabei richtet sich die Ausstellung nicht an Schüler alleine. Laut Pressemitteilung des Aktionsbündnisses sind auch alle anderen Salzwedeler Bürger eingeladen, in der Burgstraße 38 vorbeizukommen, Noch bis zum 5. Januar haben sie die Möglichkeit dazu. Geöffnet ist das Ladenlokal jeweils von Dienstag bis Freitag zwischen 15 und 18 Uhr.

An den Freitagen im Dezember finden zusätzlich ab 18 Uhr Themenabende statt (siehe Infokasten). Die Aktion endet am 5. Januar mit einer Diskussionsveranstaltung.