Arendsee / Altmarkkreis l Bei der Mitgliederversammlung der Leader-Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“„ im Arendseer Kinder- und Jugenderholungszentrum wurden die Weichen für neue Wege gestellt. Für drei Vorhaben gab es grünes Licht, die jeweiligen Initiatoren können nun Anträge für eine Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds stellen. An der ersten Stelle der Prioritätenliste steht eine Idee vom Verein Freundeskreis Ökodorf Sieben Linden (Einheitsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf). Unter dem Motto „Lust auf Landleben?!“ sollen dort Seminare und Informationsveranstaltungen, Angebote für das Sonntagscafé sowie für Kinderprogramme entwickelt werden.

Ein weiteres Projekt aus dieser Region bekam ebenfalls die Zustimmung. Die Wohnungsgenossenschaft Sieben Linden will mit europäischen Mitteln ein „Pflege-Wohnungen-Haus“ auf den Weg bringen. Im Arendseer Ortsteil Neulingen wird von „Neue Wege guG“ eine Kooperation mit allgemeinbildenden Schulen und regional angesiedelten Unternehmen zum Thema „Im Garten für das Leben lernen!“ angestrebt.

Ein buntes Festival mit Lichtblüten

Kooperationen spielten in Arendsee ebenfalls eine Rolle. Die Zusammenarbeit des Freilichtmuseums Diesdorf und des Börde-Museums in Ummendorf wird über das Leader-Programm unterstützt. Gleiches gilt für ein Lichtblütenfestival. Daran sind auch die Stadt Gardelegen und der Verein „Historische Region Lindstedt“ involviert. Außerdem stehen (Kräuter)-Gesundheitsregionen auf der Agenda. Eine der Beteiligten ist die Neue Wege guG in Neulingen.

„Die Region muss sich am Wettbewerbsverfahren des Landes für die nächste Leader-Förderphase beteiligen, wenn die Städte und Gemeinden nicht von den EU-Fördertöpfen abgeschnitten sein sollen“, blickte Verena Schlüsselburg, Vorsitzende der Aktionsgruppe, in die Zukunft. Die Positionierung für den Zeitraum von 2021 bis 2027 nahm einen breiten Rahmen ein. Die EU hat eine mögliche Aufstockung der finanziellen Mittel in Aussicht gestellt. Der Vorstand der Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“ informierte die Mitglieder darüber, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Altmarkkreis Salzwedel eine neue Aktionsgruppe, die sich an den Grenzen dieser Region ausrichten soll, schaffen wollen. „Wir sind nach über 20 Jahren Leader-Erfahrung gut gewappnet, um für die Gebiete außerhalb des Altmarkkreises Salzwedel eine leistungsstarke eigene Aktionsgruppe zu formieren“, äußerte sich Verena Schlüsselburg dazu.

Landesweit an der Spitze

Es wurden auch Zahlen mit Blick auf die aktuelle Förderperiode veröffentlicht. Dabei wird deutlich: „Mittlere Altmark“ belegt im Landesvergleich einen Spitzenplatz.

So liegt beispielsweise die Höhe der bewilligten Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds um ein Dreifaches höher als die durchschnittliche Bewilligungssumme der 23 Lokalen Aktionsgruppen im Land. Insgesamt erhielten im Zeitraum 2016 bis 2020 nahezu 100 Vorhaben im Gebiet „Mittlere Altmark“ positive Bescheide für Fördermittel von der Europäischen Union.