Liesten l Eines muss man den Mitgliedern des Waldbadvereines Liesten lassen: Sie sind hart im Nehmen und werfen nicht das Handtuch, wenn es nicht so läuft wie geplant. Den Kampf um ihr Schwimmbad haben sie jedenfalls keinesfalls aufgegeben. Obwohl es in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal hintereinander wegen technischer Mängel geschlossen bleibt und bis zum Jahr 2021 keine Investitionen vorgesehen sind.

Eigentlich dringend notwendige Reparaturarbeiten sind damit bis auf Weiteres verschoben. Wann die Stadt gedenkt, wieder Geld für das Waldbad in den Haushalt einzustellen, bleibt ebenfalls im Dunkeln. Bisher hieß es von Seiten der Stadtverwaltung nur, dass das Waldbad zur Bäderlandschaft der Stadt gehört. Was sich dahinter verbirgt, ist aber ungewiss.

Verein bemüht sich um Optimismus

Am Dienstagabend im Ortschaftsrat bemühte sich Andreas Weigelt, Vorsitzender des Waldbadvereines, dennoch Optimismus zu verbreiten. „Unser Ziel ist es, im Jahr 2019 zu öffnen“, gab er eine klare Devise aus. Dass in den nächsten drei Jahren nichts passiert und das Bad vor sich hin siecht, damit wolle er sich nicht abfinden.

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Derzeit werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, um dies zu ermöglichen. Eine davon ist aber bereits wieder vom Tisch. Der Verein wird die Einrichtung nicht für einen symbolischen Preis von einem Euro übernehmen, um dann eigenverantwortlich mit Hilfe von Fördermitteln für die Sanierung zu sorgen. „Die Lösung ist für den Verein nicht machbar. Das Risiko ist zu groß“, erklärte Andreas Weigelt.

Nutzungsvertrag mit der Stadt

Die Bedingungen, die von der Stadt gestellt worden seien, könne der Verein nicht erfüllen. Über Details schwieg sich der Liestener jedoch aus. Eine entsprechende Anfrage der Volksstimme ließ die Stadtverwaltung gestern unbeantwortet. Weigelt hatte sich darüber hinaus mit den Betreibern der Bäder in Dähre und Diesdorf ausgetauscht, die ihn ebenfalls vor einem Erwerb des Bades gewarnt hatten.

Realistischer ist das Szenario, dass der Verein einen Nutzungsvertrag mit der Stadt abschließt. Das Waldbad würde dann im Eigentum der Hansestadt verbleiben. Deswegen sagte Andreas Weigelt ganz deutlich: „Eine Lösung ist nur in Zusammenarbeit mit der Stadt möglich. Ohne sie geht nichts.“ Deshalb wolle man ihr so schnell wie möglich Lösungsmöglichkeiten unterbreiten.

Waldbadverein darf nicht aufs Gelände

Wie das Vertragswerk dann konkret ausgestaltet sein wird, ist momentan noch unklar. Einen Zeitplan gibt es ebenso wenig. „Auf einen Tag kommt es zwar nicht an, wir wollen natürlich trotzdem so schnell wie möglich handeln“, weiß Andreas Weigelt, dass die Zeit drängt, wenn das ambitionierte Ziel der Eröffnung im kommenden Jahr eingehalten werden soll. Eine Voraussetzung sei derweil, von der Stadtverwaltung eine konkrete Aufschlüsselung der anfallenden Reparaturkosten zu erhalten. Unter anderem müssen Fliesen und Filtertechnik erneuert werden. Die konkrete Auflistung aller Kosten liegt noch nicht vor.

Bei den Liestener Bürgern wächst die Sorge, dass das ungenutzte Waldbad-Areal über kurz oder lang verrottet. Hatte sich in der Vergangenheit der Waldbadverein um die Instandhaltung gekümmert, dürfen dessen Mitglieder das Grundstück nicht mehr betreten. Derzeit mache das Grundstück einen eher desolaten Eindruck, wie ein Mitglied des Ortschaftsrates anmerkte. Ortsbürgermeister Ulrich Keitel pflichtete ihm bei: „Das Gras ist schon sehr hoch gewachsen. Da sollte langsam mal was passieren. Wir dürfen leider nicht nichts mehr aufs Gelände“.

Folgende Anfragen der Volksstimme an die Stadtverwaltung zum Waldbad Liesten blieben Mittwoch unbeantwortet:

1. Ist die Hansestadt Salzwedel prinzipiell dazu bereit, einen Nutzungsvertrag mit dem Waldbadverein abzuschließen?

2. Wieso darf der Waldbadverein nicht mehr aufs Gelände des Bades, um die nötigen Arbeiten zur Pflege des Areals zu leisten?

3. Sind zeitnah Pflegearbeiten auf dem Areal des Waldbades geplant oder haben schon Pflegearbeiten stattgefunden?

4. Können Sie kurz skizzieren, unter welchen Bedingungen der Waldbadverein das Bad für einen symbolischen Preis von einem Euro hätte übernehmen können?