Salzwedel l Friedrich Gartz lebte von 1819 bis 1896 in Salzwedel. Er war Komponist, Organist und wirkte „mehr als ein Menschenleben“, wie es in einem Nachruf hieß, an den städtischen Schulen. Und auch im wohlverdienten Ruhestand „hat er nicht aufgehört, seine reiche Erfahrung und das ihm verliehene herrliche Musiktalent in den Dienst des von ihm über alles geliebten Lehreramts zu stellen“.

Friedrich Gartz, der laut eines Adressbuches aus dem Jahr 1886 in der Breiten Straße 40 wohnte, hat nicht nur in Salzwedel Spuren hinterlassen. Geboren wurde er am 28. November 1819 wurde er im Perver geboren. Von 1837 bis 1840 besuchte er das Lehrerseminar in Potsdam und wurde 1841 an der damaligen Freischule in Salzwedel angestellt.

Vor 175 Jahren (1842) gründete er den Männergesangverein „Liedertafel“, der später nach ihm als dem Gründer „Gartzsche Liedertafel“ genannt wurde. Gartz war deren Dirigent bis 1876. Bereits 1847 wurde er Organist an der Katharinekirche, drei Jahre später erhielt er das Ordinariat der 1. Knabenklasse der Bürgerschule, das er bis zu seiner Pensionierung (1889) verwaltete. Außerdem war er Gesangslehrer am hiesigen Königlichen Gymnasium. Die meisten Kompositionen für Männerchöre sind in den 50er und 60er Jahren entstanden. 1868 wurde er Mitbegründer des Elb-Havel-Sängerbundes; die Liedertafel wurde Bundesmitglied. Mehr als 500 Kompositionen weltlicher und geistlicher Lieder hat Friedrich Gartz geschaffen. „Sie sind leicht fasslich, schlicht und einfach, aber doch ergreifend und erhaben. Was es immer zu besingen galt, Gottes Herrlichkeit, die Liebe zu König und Vaterland, Lenz, Liebe und Heimat, immer quollen aus dem warmen Empfinden des gottbegnadeten Künstlers die rechten Weisen.“

Der MGV Perver ließ am Geburtshause im Perver eine Granit-Gedenktafel mit Widmung anbringen, die am 19. Juni 1904 enthüllt wurde. Am 4. Juli 1909 wurde das Gartzdenkmal an der St. Katharinenkirche eingeweiht. Geschaffen hat es Carl von Mering. Friedrich Gartz ist auf dem Neustädter Friedhof beerdigt. Das Grab wird vom Männergesangverein Harmonie, dem Nachfolger der Liedertafel, seit Jahren gepflegt.