Salzwedel l Es war in den Berufsbildenden Schulen in Salzwedel die mittlerweile 24. Altmark-Jugendmeisterschaft der Gastronomie. Sozusagen die Generalprobe zu dem Jubiläum im kommenden Jahr. Die Veranstaltung in diesem Jahr behandelte das Thema Kino und wartete gleich mit zwei Neuerungen auf. Bisher gab es Livemusik oder es war Chorgesang zwischen den einzelnen Menügängen zu vernehmen. Doch besannen sich die Veranstalter darauf, dass sie mit der Fachrichtung Erziehung auch eigene Unterhaltungskünstler im Hause haben. Denn bei den zukünftigen Erziehern steht Theater auf den Lehrplan. Mit ihren Sketchen unterhielten sie die Gäste köstlich. Und diese, 60 an der Zahl, wurden zuvor von der stellvertretenden Schulleiterin Rosemarie Rohde begrüßt. Auch Michael Schmidt, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) Sachsen-Anhalt, wandte sich mit einem Grußwort an die Gäste.

Das Sterben gastronomischer Einrichtungen nehme beängstigende Formen an, sagte er. Ein Ende der Abwärtsspirale sei nicht in Sicht. „Wir verlieren mit jeder Einrichtung ein Stückchen Kultur“, fügte er hinzu. Umso mehr erfreue ihn die Veranstaltung, da sie signalisiere, dass der gastronomische Beruf doch nicht auszusterben scheint. Für die teilnehmenden zehn angehenden Restaurantfachleute, davon sieben Frauen, die fünf zukünftigen Köche und eine Köchin war es ein langer Tag. Bereits am Vormittag standen theoretische und praktische Prüfungen auf dem Plan. Die Aufregung war auch zum großen Finale in den Abendstunden nicht gänzlich verflogen.

"Der Pate" auf dem Programm

Aber es wurde mit jedem servierten Gang besser, berichtete Leonie Pelka, Restaurantfachfrau im 1. Lehrjahr im Ringhotel Schloss Tangermünde. Ihr Partner an diesem so wichtigen Abend war Louis Schauf in der Küche, der seine Lehre im Nigel Restaurant & Hotel in Bergen/Dumme absolviert. Am Morgen hatte er ihr sein Thema verraten, nach dem er kochen würde. „Der Pate“ stand auf dem Programm des Tisches. Leonie Pelka erinnerte mit einer roten Rose, Zigarren, einer Lupe und weiß/schwarzen Servietten, symbolisch stehend für die Gamaschen der Ganoven, an eine Zeit der Gewalt, aber auch des Luxus und der Schwelgerei. Louis Schauf gab seinem Menü einen leicht italienischen Hauch. Tagliatelle, Tomatensuppe und Caneloni, Bestandteile seines Menüs, standen für die Mafia und Cosa Nostra, die in Italien und in vielen anderen Ländern agieren. Die Gäste des Tisches waren des Lobes voll. Ein total stimmiges Menü empfand nicht nur Andreas Forke von der Avacon, dem Lutz Franke von der AOK nur zustimmen konnte. In einer Bewertungsskala von 1 bis 10 bewerteten sie das Menü mit einer sehr guten 8. Dem pflichteten ebenfalls ihre Tischnachbarn zu.

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Auch für Leonie Pelka gaben sie eine gute Bewertung. Dafür, dass sie noch im ersten Lehrjahr war, hatte sie einen guten Service geboten. Jurorin Annette Wnuck von Lipinski wertete den Abend als äußerst gelungen. „Es war eine total entspannte Atmosphäre“, sagte sie, „und die Gäste konnten sich gut unterhalten.“ Ganz toll fand sie die Idee, dass die Speisenfolge der Köche in einem separaten Teil der Schule noch einmal präsentiert wurde. Dieses war die zweite Neuerung des Abends.