Pretzier l „Arbeit macht das Leben süß. Und man sollte sich nicht über alles aufregen und immer schön ruhig bleiben“, so lautet das Rezept von Anna Hogk für ein langes Leben. Die Pretziererin feierte am 14. Dezember ihren 103. Geburtstag. sie ist damit die älteste Bewohnerin des Dorfes und die zweitälteste Einwohnerin der Einheitsgemeinde Salzwedel.

1913 erblickte Anna Hogk in Arzis am Schwarzen Meer das Licht der Welt. Damals gehörte die Stadt in Bessarabien zu Russland und Anna Hogk zur Gruppe der Bessarabiendeutschen. 1940 musste sie ihre Heimat verlassen. Die Sowjetunion besetzte das Gebiet. Anna Hogk und ihre Landsleute wurden unter dem Motto „Heim ins Reich“ nach Deutschland umgesiedelt. Das vereinbarten beide Länder vorab im Hitler-Stalin-Pakt.

In den Folgejahren wurde die 103-Jährige nie irgendwo richtig heimisch. Dazu kam noch, dass ihr Mann im Krieg fiel. Wo er starb, weiß Anna Hogk bis heute nicht. Am Kriegsende schwebt sie selbst in Gefahr. Bei ihrer Flucht aus Ostpreußen holte sie an der Oder die Front ein. „Wir lagen im Schützengraben und die Geschosse flogen über unsere Köpfe“, erinnert sie sich an die schrecklichen Ereignisse.

1947 kam Anna Hogk nach Pretzier

Nach dem Zusammenbruch Deutschlands dauerte es noch zwei Jahre, bis Anna Hogk eine neue Heimat fand. 1947 kam sie nach Pretzier. Dort lernte sie, nachdem sie zehn Jahre alleine war, ihren zweiten Mann Ewald Hogk kennen, der einen Sohn und eine Tochter mit in die Ehe brachte. Ein gemeinsamer Sohn kam dann noch hinzu.

Mittlerweile hat die 103-Jährige noch zwei Enkel und fünf Urenkel. „Oma ist noch immer die wichtigste Person für alle und steht im Mittelpunkt der Familie“, erklärt Schwiegertochter Karsta Hogk. Sie und ihr Mann Klaus Hogk holen das Geburtstagskind immer noch regelmäßig nach Hause. Denn geistig ist die Rentnerin noch topfit. Bis ins Alter von 101 Jahren lebte sie bei ihrem Sohn und dessen Frau.