Salzwedel l „Das ist unser harter Kern“, betonte Christa Schindler, als sie jüngst im Barnebecker Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Angelika und Christian Warnke sowie Renate Löttge vorstellte. Die drei Anwohner sind die Hauptansprechpartner der neuen Interessengemeinschaft Barnebeck, deren Hauptziel darin besteht, das Haus für den kleinen Salzwedeler Ortsteil zu erhalten. Erster Schritt dazu: Die Bewirtschaftung des DGH übernimmt für dieses Jahr die neu gegründete Interessengemeinschaft. Dies regelt ein Vertrag mit der Stadt Salzwedel.

Damit ist Barnebeck erst der zweite Ortsteil – neben Henningen – in dem Ehrenamtliche die Verantwortung für ihr Gemeinschaftshaus übernehmen. Arbeitseinsätze, die Übergabe des Hauses für Feiern oder Versammlungen und sonstige Aufgaben: die Freiwilligen haben viel Arbeit, aber auch eine Aufgabe, die sie mit spürbarem Engagement angehen.

Auf der anderen Seite sinkt der Verwaltungsaufwand für die Stadt. Und das in einem Jahr, in dem die Hansestadt mit einem erhöhten Unterhaltungsbedarf für die Dorfgemeinschaftshäuser rechnet. Das Gesamtminus bei allen DGH beläuft sich laut Entwurf des Haushaltsplanes 2018 auf 169 700 Euro.

In der Woche wenig los

„Hier sind wir“, spricht Christa Schindler, die vielen durch ihren Einsatz im Kreisseniorenrat bekannt ist, für die Barnebecker Dorfgemeinschaft. Um die wichtige Einrichtung in der Dorfmitte zu erhalten, soll dort nun das Angebot an Veranstaltungen für alle, aber im speziellen für Senioren ausgebaut werden. „Denn in der Woche werden die Räume doch selten genutzt“, weiß Schindler aus Erfahrung.

Die Frau vom Kreisseniorenrat fasst die Problematik noch weiter: „Unser Ansinnen ist es, besonders auf das dörfliche Leben zu schauen.“ Aus Sicht der Seniorenvertretung bleiben zu viele Veranstaltungen in der Stadt Salzwedel hängen. „Auch auf dem Lande leben Menschen“, wird Schindler deutlich. In Barnebeck springen ihr die Senioren bei. „Die Polizei könnte auch hier mal vorbeikommen, und uns erklären, wie wir uns am besten gegen Einbrecher schützen“, meinte Heidrun Rossau. Andere wünschen sich einen Spielenachmittag oder mal eine genaue Erklärung des PVGS-Rufbussystems. Alles Veranstaltungen, welche die neue Interessengemeinschaft anbieten kann und die das DGH mit Leben füllen. „Wir wollen das städtische Angebot einfach auch mal herholen“, weiß Schindler, dass nur wenige Senioren den Weg in die Stadt auf sich nehmen.

„Wir wollen das Rosten vermeidenȁ

Daher startete am Freitagnachmittag in Barnebeck ein Pilotprojekt. Die Verantwortlichen der Interessengemeinschaft hatten Eileen Heinemeyer (25) aus Magdeburg für einen Vortrag eingeladen. 14 Senioren aus dem Dorf kamen ins Dorfgemeinschaftshaus, um sich ihre Ideen anzuhören. Heinemeyer präsentierte für die Landesvereinigung für Gesundheit ein Bewegungskonzept für Senioren, dass auf sehr einfacher Ebene – ohne Sportsachen und große Materialien – umgesetzt werden kann. Mögliche Übungsstunden könnten dabei auch in und um das Dorfgemeinschaftshaus gelegt werden. Gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann sich ein Freiwilliger kostenfrei ausbilden lassen und dann die Leitung einer Gruppe übernehmen. „Wir wollen da lieber jemanden aus der Dorfgemeinschaft, als einen Übungsleiter von außerhalb“, betonte Heinemeyer bei der Vorstellung des Konzeptes des sogenannten Alltagstrainingsprogramms. „Es heißt ja: Wer rastet, der rostet. Und wir wollen damit das Rosten vermeiden“, so Heinemeyer.

Bei den Senioren in Barnebeck kam das Angebot an. Christa Schindler wünscht sich, dass auch andere DGH-Verantwortliche mit ihr ins Gespräch kommen, um nach Wegen zu suchen, die Treffpunkte für die Dörfer zu erhalten.