Arendsee l Zwei Tage lang scannen die archäologischen Taucher vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie aus Halle den ganzen Arendsee. Mit hochwertiger Solartechnik und einem Unterlass-Roboter waren sie im Einsatz, um Funde auf dem Seegrund auszumachen. Dabei untersuchten die Forscher auch geologische Fragen. Denn: Dass es in der Tiefe Risse und Verwerfungen gibt, ist längst kein Geheimnis mehr.

Setzungsrisse in der Tiefe

Arendsees Tauchclubvorsitzender Hans-Henning Schindler hatte schon seit einer Weile von den Entdeckungen berichtet – inoffiziell zwar, aber inzwischen kursieren die abenteuerlichsten Geschichten darüber. Bis hin zum nächsten Seeeinbruch reichen die Erzählungen und Voraussagen. Äußern wollte er sich dazu aber nicht.

„Wir haben spannende Funde gemacht, es gibt tatsächlich Setzungsrisse und Bewegungen auf dem Seegrund, aber ob diese dramatisch sind, müssen die Geologen herausfinden und beurteilen“, erklärte Dr. Sven Thomas vom archäologischen Landesteam, der das Projekt am See leitete.

Bilder

Es sei eine Unmenge an Daten erfasst worden, die nun erst einmal gesichtet, geordnet und dann ausgewertet werden müssen.

Dabei handelt es sich um Bilder in 3D, die der Roboter lieferte, an Hand derer Informationen Rückschlüsse auf den Seezustand gezogen werden könnten.

Wasserverluste auf unerforschlichen Wegen

Bis auf die Taucher im See und jene, die Ende September erwartet werden – die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) veranstaltet dann ihr Tauchtrainingslager am Arendsee – ist Ruhe im Strandbad eingekehrt. Das Bad hat nur noch bis Sonntag geöffnet. 45 000 Besucher waren es seit Mai, die die Kasse passierten (70 000 wurden 2018 gezählt).

Schwimmmeister Dan-Peter Weber hat bereits die Wasseruhren aus der Riesenrutsche und den Wasserspielgärten abgebaut. Ein Termin zum Abmontieren der Pumpen steht noch aus.

„Im nächsten Jahr müssen wir uns da etwas Neues einfallen lassen, denn durch den permanenten Niedrigwasserstand funktionieren die alten Systeme nicht mehr“, erklärte Geschäftsführer Michael Meyer von der Luftkurort GmbH. Dem See fehlen um die 80 Zentimeter Wasserpegel.

Da kein Zufluss erfolgt, das Grundwasser versiegt ist und der Regen nach wie vor ausbleibt, stellen sich die Arendseer besorgt die Frage: Wie soll es weitergehen mit dem Tourismus am See?

Ob das Wasser auch durch die Risse auf dem Grund in unerforschliche Tiefen verschwunden ist, sollen jetzt Archäologen und Geologen herausfinden.