Solarstrom

Geplanter Solarpark sorgt für Skepsis in Höwisch: Verlust an landwirtschaftlichen Flächen befürchet

Eine Fotovoltaikfreiflächenanlage könnte zwischen Höwisch und Gagel entstehen. Doch dies sorgt in Höwisch bereits für Kritik. Denn die landwirtschaftlichen Flächen sollen vorrangig der Nahrungsproduktion dienen.

Von Christian Ziems
Die Verbindungsstraße von Höwisch nach Gagel: Links befinden sich Windräder, rechts könnte ein Solarpark entstehen.
Die Verbindungsstraße von Höwisch nach Gagel: Links befinden sich Windräder, rechts könnte ein Solarpark entstehen. Foto: Christian Ziems

Höwisch - Es gab bei der Ratssitzung erste Informationen von Ortsbürgermeister Frank Schumann. Und diese sorgten gleich für Diskussionen: In der Gemarkung Höwisch soll ein Solarpark auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen. Davon erfuhr der Ortschef vor einigen Wochen. Es habe daraufhin Gespräche auch mit der Verwaltung gegeben. So will eine Firma auf den Feldern, von Höwisch kommend in Richtung Gagel rechtsseitig der Verbindungsstraße, Module errichten lassen. Die vorgesehene Fläche umfasst 52 Hektar. Noch ist aber nicht entschieden, ob es tatsächlich dazu kommt. Frank Schumann möchte auf alle Fälle den Einwohnern die Chance geben, sich zu äußern. Voraussichtlich Ende August wird es ein Sommerfest im Ort geben. Im Zuge dieser Veranstaltung könnte das Projekt im Detail vorgestellt werden.

Meinungen wurden bereits am Donnerstag geäußert. So ist Vize-Ortschef Peter Nilson grundsätzlich dagegen. Zwei seiner Argumente: Die landwirtschaftliche Fläche solle für die Nahrungsproduktion weiter zur Verfügung stehen, und der freier Blick in die Landschaft müsse erhalten bleiben. „Ich bin nicht gegen Solaranlagen. Aber sie gehören aufs Dach“, machte Peter Nilson deutlich. Ortschaftsrätin Bettina Lenhart ging auf einen weiteren Punkt ein. Nahe des Dorfes gibt es bereits Windrädern, die von den Einwohnern gesehen und gehört werden. Die Höwischer leisten somit bereits einen Teil für die Energiewende. Auf einen Solarpark solle verzichtet werden.

In der Nachbargemarkung Neulingen ist auch ein Solarprojekt geplant. Dabei handelt es sich aber um eine andere Variante, die ermöglicht, trotz Energieerzeugung auf den Flächen Landwirtschaft zu betreiben. Ortsbürgermeister Axel Tiemann, der der Höwischer Sitzung beiwohnte, ging auf das Thema ebenfalls ein.

Meinung des Rates hat Gewicht

Letztendlich entscheidet zwar der Stadtrat, ob es seitens der Einheitsgemeinde Zustimmung für die Solarprojekte gibt oder nicht. Aber es soll auch weiterhin ein ungeschriebenes Gesetz eingehalten werden. Nämlich: Der Stadtrat überstimmt nicht den jeweiligen Ortschaftsrat. Wenn also Höwisch „Nein“ sagen würde, hätte dies auch Gewicht. Eine Entscheidung im Rat soll aber erst getroffen werden, wenn alle interessierten Einwohner die Gelegenheit bekommen haben, sich ausführlich über den geplanten Solarpark zu informieren.

Da es in der jüngeren Vergangenheit des Öfteren Anfragen von Firmen gab, innerhalb der Einheitsgemeinde Arendsee Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen zu errichten, kam der Gedanke auf, grundsätzlich Voraussetzungen zu klären. Die Verwaltung hatte einen Vorschlag erarbeitet und im Bauausschuss vorgestellt. Demnach müssten Kriterien wie maximale Größen sowie Bodenpunkte beachtet werden. Um dieses Thema ging es auch bei einer Beratung mit Ortsbürgermeistern der Einheitsgemeinde Arendsee und Verwaltung. Frank Schumann informierte darüber und ist der Ansicht: Feste Einschränkungen sind nicht mehrheitsfähig. Es laufe auf Handlungsempfehlungen für die Ortschaftsräte hinaus.