Salzwedel l Mission: Möglich?!, fragt die Mariengemeinde. Wer oder was hilft uns bei dem nicht immer belastungsfreien Weg durch das Leben? Und gibt auch gleich die Antwort: Gott.

„Wenn ich nicht jeden Tag mit Jesus rechnen könnte, hätte ich keine Lust, morgens aufzustehen“, sagt Andreas Schwesig, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Ohne Jesus wäre ihm das Leben zu viel; zu groß die alltägliche Belastung. Also spricht er mit ihm. „Ich rede beim Autofahren mit Jesus und sage ihm, was mich bedrückt. Dann fühle ich mich sofort erleichtert“, erzählt er. Und davon hätten letztlich auch die Menschen etwas, denen er begegne. Immerhin sei er dann freundlicher und ausgeglichener. Und so wie ihm gehe es vielen. „Diese Menschen sehen Jesus als Lebenshilfe“, sagt er.

Gottesdienst gibt es seit 2015

Er und das Team aus Pfarrern und Ehrenamtlichen, haben bereits 2015 den Gottesdienst „3nachHalb“ auf die Beine gestellt, der ziemlich regelmäßig am letzten Sonntag eines jeden Monats stattfindet. Anders als der normale Gottesdienst nicht um 9.30 Uhr, sondern um 10.33 Uhr. Eben drei nach halb.

Damit auch mal jüngeres Publikum kommt. „Es war auffällig, dass bei den normalen Gottesdiensten die jüngere und mittlere Generation fehlt“, sagt Gunhild Heinrich, Ehrenamtliche und Mitglied des Kirchenvorstandes.

Damit Zeit zum Frühstück ist

„Sonntag ist für viele ein Ruhepol, gerade für Familien. Und wenn sie später aufstehen, aber zugleich auch frühstücken wollen vor einem Gottesdienst, ist 9.30 Uhr einfach zu früh“, gibt Andreas Schwesig zu bedenken. Daher die Verschiebung um eine Stunde und drei Minuten. Damit aber der veränderte Ablauf nicht mit dem Mittagessen kollidiert, gibt es beim „DreinachHalb“-Gottesdienst einen Brunch. Direkt nach dem Ende der Messe um 11.30 Uhr. „Jeder bringt dann was mit und wir können gemeinsam essen und uns austauschen“, sagt Schwesig.

Doch nicht nur das ist neu. Auch der Ablauf ist anders. Es gibt zwei Moderatoren, die den Gottesdienst leiten und eine Gruppe von Sängern, die die Lieder vorgeben. Noch dazu werden modernere Kirchenlieder gesungen. Nicht mehr mithilfe der Gesangbücher, sondern abgelesen von einem Beamer. Modernere Gottesdienste erfordern eben auch technische Neuerungen.

Künstler als Anreiz

Nicht selten werden Künstler eingeladen – als zusätzliche Höhepunkte. Die Big Band der Kreismusikschule war zum Beispiel schon da. „Das war fetzig. Da sind die Menschen fast von den Sitzen gesprungen“, erzählt Schwesig.

Dabei ist ausdrücklich jeder angesprochen. So mischen sich neben Menschen mit evangelischem Glauben ebenso Menschen mit katholischem oder gar keinem religiösen Hintergrund, berichtet Schwesig. „Uns geht es nicht darum, die Kirche voll zu bekommen, sondern eine Botschaft zu vermitteln. Und daran wollen wir jeden Menschen teilhaben lassen“, führt er weiter aus.

Gemeinde will Botschaft vermitteln

Stets gibt es dabei ein Grundthema. Am kommenden Sonntag etwa heißt es ,Der heruntergekommene Gott‘. Die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten sind indes kein Zufall.

Zum einen glaube er, dass Gott ständig unter uns sei und sich etwa in Form von Jesus gezeigt habe, sagt Schwesig. Zum anderen spiele natürlich auch die Kritik an Gott und der Kirche eine Rolle. Er selbst, ebenso wie andere Evangelen, glaubt an die heilige Dreifaltigkeit Gottes. Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Jüngere Teilnehmer

Nachdem Gott im Garten Eden festgestellt habe, dass die Menschen lügen, betrügen und böse sein können, sei es zur Trennung von Mensch und Gott gekommen. Jesus zu schicken, sei dann die Brücke zur Versöhnung gewesen. Diese Botschaft wolle die Gemeinde nun weitergeben, um den Menschen während der täglichen Lasten eine Stütze zu geben, an der sie sich festhalten können.

Mit dem neuen Gottesdienst jedenfalls gelinge das gut. Es seien viel mehr Menschen jüngeren und mittleren Alters zu sehen als bei den normalen Gottesdiensten, die dennoch weiterhin dreimal im Monat stattfinden, sagt Gundhild Heinrich.

Orientierung an anderen Gemeinden

Weniger sei das eine neue Idee, als vielmehr eine Orientierung am Vorbild anderer Kirchengemeinden. Denn anderswo gebe es diese Form von Gottesdiensten ebenfalls schon, sagt Gunhild Heinrich. Das alles gelinge jedoch nur im Team. Jeder der Gemeindemitglieder und Freunde trage seinen Teil bei, betont Andreas Schwesig.

Der nächste Gottesdienst „DreinachHalb“ beginnt am Sonntag, 25. Februar, um 10.33 Uhr in der Sakristei der Marienkirche.