Salzwedel l Einst standen sie in der Klosterkirche in Dambeck – die beiden Epitaphe, die restauriert werden und in der Mönchskirche in Salzwedel ihren endgültigen Standort finden sollen. Gerhard Ruff hofft, dass es 2020 so weit sein wird, dass die kunsthistorisch wertvollen Stücke an der Nordwand der Kunst- und Konzerthalle Mönchskirche aufgestellt werden können. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, wenngleich am Mittwoch ein großer Schritt in Richtung Verwirklichung des Vorhabens gemacht werden konnte.

Michael Ziche, Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, gab gemeinsam mit Ulrich Böther, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Altmark West, eine Zusa- ge für die Förderung der Restaurierung der Epitaphien Werner und Albrecht von der Schulenburg an Gerhard Ruff, Vorsitzender des Fördervereins zur Rettung der Epitaphe der ehemaligen Klosterkirche Dambeck. Über die Höhe des Zuschusses schwiegen sich Ziche und Böther aus, allerdings dürfte die Summe bei bis zu 35 000 Euro liegen.

Epitaphe waren zerstört

„Wir freuen uns, das große Engagement der Menschen in unserer Region aufzugreifen, zu stärken und zu helfen, wo es uns möglich ist. Es ist uns sehr wichtig, den Erhalt eines bedeutenden Stückes Kunst- und Kulturgeschichte unserer Region zu fördern und der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können“, sagte Ziche. Und Böther ergänzte: „Sparkasse und Stiftung tragen daher sehr gern zur lebendigen Bewahrung der altmärkischen Kulturlandschaft bei.“

Bilder

Bei der Rettung und Wiederaufstellung der kunst- und kulturgeschichtlich bedeutsamen Renaissance-Kunstwerke des ehemaligen Klosters in Dambeck handelt es sich um die Epitaphien Werner von der Schulenburg (1582) und Albrecht von der Schulenburg (1592) sowie um die Gestühlbrüstung (1568). In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die wertvollen Stücke durch Vandalismus teilweise zerstört, Teile entfernt, ausgelagert, später in einer Scheune abgelegt und waren fast vergessen.

Diese Grabmonumente des späten 16. Jahrhunderts sind Arbeiten in Holz und Alabaster aus der kunsthistorisch bedeutenden Braunschweiger Werkstatt Seck/Röttger. Sie sind als identitätsstiftendes Kunst- und Kulturgut der Altmark für die Kunstgeschichte von hoher überregionaler Bedeutung.

Schädlinge sind bekämpft

Die fachgerechte Anobienbekämpfung konnte der Förderverein bereits durch private Spenden vornehmen lassen. Nun kann die objektbezogene Konservierung und Restaurierung bis zur endgültigen Aufstellung in der Kunst- und Konzerthalle Mönchskirche in Salzwedel erfolgen.

Gerhard Ruff dankte allen Unterstützern und der Hansestadt Salzwedel, die viele Hilfen gegeben habe. Eine in Auftrag gegebene Standortanalyse habe ergeben, dass die Epitaphien am besten in der Mönchskirche aufgestellt werden sollten. Ruff sprach von einem „anspruchsvollen Vorhaben, das wir alleine nicht schaffen könnten“. Auch Stadtarchivar Steffen Langusch „hat uns immer wieder Mut gemacht weiterzumachen“.

In einer kurzen Ansprache machte Paul-Werner von der Schulenburg deutlich, dass seine Familie seit dem 13. Jahrhundert mit dem Kloster Dambeck verbunden ist. Die beiden Epitaphe gehörten zu den herausragenden Zeugen der Renaissance in der westlichen Altmark. Restaurator Reinhold Gonschior aus Dahrendorf hatte eine erste Sichtung der Überreste der Epitaphe im Jahr 2010/2011 vorgenommen. Vorstandsmitglied Christa Ringkamp berichtete über die nächsten Schritte zur Restaurierung und Aufstellung der Epitaphe in der Mönchskirche.