Musikwettbewerb

Hallenser Band „Reiche Söhne“ vertritt Sachsen-Anhalt im Local-Heroes-Bundesfinale

Wie das Musiker-Trio aus Halle bei der Jury ankommt und was Helene Fischer, Vanessa Mai und Maite Kelly damit zu tun haben.

Von Malte Schmidt
Gitarrist Jonas Dahmen (Foto) von der Band Reiche Söhne zieht zusammen mit seinem Zwillingsbruder und Bassist Marius Dahmen sowie Schlagzeuger Stijn Scheper in das Local-Heroes-Bundesfinale ein.
Gitarrist Jonas Dahmen (Foto) von der Band Reiche Söhne zieht zusammen mit seinem Zwillingsbruder und Bassist Marius Dahmen sowie Schlagzeuger Stijn Scheper in das Local-Heroes-Bundesfinale ein. Archivfoto: Malte Schmidt

Salzwedel - Das Trio Reiche Söhne hat den alternativen Local-Heroes-Landesausscheid seines Heimatbundeslandes Sachsen-Anhalt für sich entschieden. Das erklärte am Mittwoch, den 12. Mai Lina Burghausen, die für den Local-Heroes-Verein unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit betreibt.  Die Jungs ziehen somit insBundesfinale von Deutschlands größtem Non-Profit-Newcomer-Musikwettbewerb ein.

Zum wiederholten Mal musste das Landesfinale in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie in einer abgewandelten Form stattfinden. „Statt der üblichen regionalen Vorausscheide konnten sich Bands und Solisten und Solistinnen in diesem Jahr für ein viermonatiges Mentoring-Programm bewerben“, erzählt Lina Burghausen.

Jury entscheidet anhand von Demos, Musikvideos und Motivationsschreiben

 Doch was bedeutete das genau? Eine Fachjury entschied auf Basis von Demos, Musikvideos und Motivationsschreiben, welche Band Sachsen-Anhalt im Bundesfinale vertreten wird. Zu der Jury gehörten unter anderem Echo- sowie Gold- und Platin-Gewinner Sebastian Rätzel (Sänger der Band The Baseballs), Tobias Schwall (Musikproduzent für Helene Fischer, Vanessa Mai und Maite Kelly) sowie Musikfotograf Christoph Eisenmenger, der mit namhaften Publikationen wie dem Rolling Stone Magazine oder dem Metal Hammer zusammenarbeitet. Arbeiten werden bald auch die Bands, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben. „Genau genommen dürfen sich in diesem Jahr alle Künstler als Gewinner wägen“, so Lina Burghausen.

Denn:  „Sie werden automatisch Teil mehrerer kostenloser Online-Coaching-Programme, die ihnen wertvolle Einblicke in die Musikindustrie geben.“ Die Siegerband Reiche Söhne erwartet in den kommenden vier Monaten außerdem ein persönliches Mentoring mit erfolgreichen Persönlichkeiten aus der Musikindustrie. Diese dürften sie auch mit ihrer persönlichen Motivation überzeugen, die sie in ihrem Bewerbungsschreiben verlautbart haben: „Wir haben uns seit 2018 weiterentwickelt und unseren Sound verändert. Das Mentoren-Angebot trifft genau den Kern an Fragen, die wir uns selbst stellen: Wie können wir unseren Proberaum optimieren und zu Hause Demos aufnehmen? Und in welche Richtung können wir die Marke Reiche Söhne künftig positionieren? Mit Christoph Eisenmenger eine Kampagne aufzunehmen, der diverse international erfolgreiche Bands fotografiert hat, würde uns darüber hinaus sehr freuen.“

Neue Erfahrung für Bands und Veranstalter

Hinzu kommen für die Musiker weitere individuelle Coachings, die vorab festgelegt und in den vier Monaten erarbeitet werden, um die Band auf dem Weg in ihre Professionalität zu begleiten. Dazu zählen unter anderem das Booking, der Social-Media-Auftritt, das Image, die Produktion oder das Songwriting. „Das Mentoring-Programm ist eine neue Erfahrung für Local Heroes, über die wir uns im Team sehr freuen“, schätzte indes Local-Heroes-Chefin Julia Wartmann ein.

Freude war bei den Musikern von Reiche Söhne angesagt, als sie erfuhren, dass sie ins Bundesfinale einziehen werden. Die Indie-Band besteht aus den Zwillingen Jonas und Marius Dahmen und Drummer Stijn Scheper und ist in Halle/Saale beheimatet. Eines ihrer bekanntesten Lieder heißt „Influencer“ und setzt sich kritisch mit Produktplatzierungen sowie ungekennzeichneter Werbung in den Sozialen Medien auseinander.

Wettbewerb brachte nach der Wende Musiker an der innerdeutschen Grenze zusammen

Local Heroes war kurz nach der Wiedervereinigung zunächst als lokaler Bandcontest in Salzwedel gestartet, um die Musikszene nahe der einstigen innerdeutschen Grenze näher zusammenzubringen. In den vergangenen 30 Jahren wuchs das regionale Projekt zur bundesweiten Netzwerkstruktur. Dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Verantwortlichen des Vereins stets mit der Zeit gehen, um Bands eine Plattform zu bieten, zeigen sie seit Jahren. Auch ein Grund dafür, dass sie an dem Wettbewerb festhalten und trotz der Corona-Pandemie ein neues Format geschaffen haben.