Salzwedel l Dazu kamen im Rittersaal des Osterwiecker Bunten Hofes die Vertreter aus Handwerk und Wirtschaft zusammen, um die Preisträger in den vier Kategorien zu würdigen. Diese waren: Fassadengestaltung an historischen und denkmalgeschützten Gebäuden, freie Fassadengestaltung an Wohn-, öffentlichen und gewerblichen Gebäuden, restaurative Innenraumgestaltung in denkmalgeschützten Gebäuden und moderne kreative Innenraumgestaltungen.

Malerfirmen aus Sachsen-Anhalt hatten dafür die Gestaltung von 46 Objekten eingereicht, die im Zeitraum von 2014 bis 2016 fertig gestellt wurden. Eine Fachjury wählte von diesen Vorschlägen insgesamt neun Preisträger aus.

Unter den Gewinnern befand sich auch ein Objekt aus der Salzwedel. Für die Gestaltung des Gebäudes in der Salzstraße 7 erhielt Malermeister Peter Metschang aus Salzwedel den zweiten Preis in der Kategorie „Fassadengestaltung an historischen und denkmalgeschützten Gebäuden“.

Der Salzwedeler hatte das Gebäude unter Aufsicht und Begleitung der Denkmalpflege farblich restauriert und nach Urteil der Jury als „Glanzpunkt“ wieder entstehen lassen.

Harmonierende Farben

Das fast 300 Jahre alte Haus gab dem Malermeister mit seinen einzelnen Elemente, wie dem Gesimse und dem Fachwerk, eine spezielle Gliederung vor. Dabei gestaltete Metschang die Fassade in drei miteinander harmonierenden Farben, die sich in den hellen braunen Balken und den beigefarbenen innen liegenden Putzflächen im Fachwerk widerspiegeln. Daneben strich der Malermeister den Dachkasten und den Längsbalken in einem hellen Olivgrün.

Die Jury hob bezüglich dieser homogenen Farbgestaltung des Gebäudes eine dadurch entstandene Solidität hervor. Insgesamt habe das Gebäude in der Salzstraße durch diese Gestaltungsumsetzung eine große optische Aufwertung erhalten, so das Urteil der Jury.

Die Leistung von Peter Metschang wird gewürdigt, weil seine Arbeit das Stadtbild prägt. Der Landesinnungsmeister vom Fachverband Farbe, Gestaltung und Bautenschutz, Uwe Runge, betonte, wie das Malerhandwerk eine Stadt verschönern kann.

Uwe Runge fand aber auch mahnende Worte. Der demografische Wandel bestimme auch bei Malerbetrieben die Zukunft. Während zahlreiche Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, brauche es mehr Auszubildende. „Es ist wichtig, dass wir unser Handwerk erhalten. Das ist unsere gesellschaftliche Verpflichtung“, erklärte Runge.

Staatssekretär Sebastian Putz (CDU) vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr ging auch auf den demografischen Wandel ein: „Während die Auftragslage für die Betriebe noch nie so gut wie jetzt war, bleiben gleichzeitig viele Ausbildungsplätze unbesetzt“. Allerdings gebe es kein Patentrezept gegen den Fachkräftemangel. Trotzdem könne man dagegensteuern. Als Anreiz nannte Putz Gründungsprämien für Fachbetriebe. Die Bedeutung des Handwerks müsste außerdem noch stärker ins Bewusstsein gerufen werden.