Hilmsen l Hauke und Jakob waren am Sonntag (4. August) eifrig bei der Sache. Konzentriert bearbeiteten die beiden Schüler während des fünften Eisengusstages mit ihren Werkzeugen die vorbereiteten Sandformen in der Werkstatt des Atelierhauses Hilmsen. „Das werden die Vorlagen für unsere Hausnummer. Die möchten wir als Erinnerung an den heutigen Tag mitnehmen“, erklärte Hauke. Doch bevor es soweit war, galt es noch die Formen mit dem flüssigem Gusseisen zu füllen.

„Das Material dazu haben wir auf Schrottplätzen der Region gesammelt. Unsere Gäste können somit die Transformation von Schrott zu Kunst hautnah miterleben und selber Erinnerungsstücke anfertigen“, sagte Hans Molzberger. Gemeinsam mit Kurt Dyrhaug, Professor an der Lamar Universität Beaumont, und Luke Sides, Professor für Skulptur am Collin College Plano Texas, gehört er zu den Organisatoren des Eisengusstages.

Metall schmilzt bei 1400 Grad

Besucher waren übrigens in großer Zahl erschienen. Kein Wunder. Wo sonst in der Region kann man schon direkt mit dabei sein, wenn Metall bei rund 1400 Grad zu einer flüssigen Masse schmilzt und im Anschluss in seine neue Form gebracht wird. Rauchschwaden, Hitze, Funkenflug und nicht zuletzt die Schutzkleidung der Akteure – vieles erinnerte an diesem Nachmittag inmitten der altmärkischen Landschaft an Aufnahmen, wie sie der Betrachter sonst nur von Dokumentationen aus Stahlwerken kennt.

Bilder

Um die stetige Versorgung der zahlreichen Formen mit der Schmelzmasse zu sichern, galt es den Mini-Hochofen immer wieder aufs Neue mit Metall und Koks als Brennmaterial zu füttern.

Als Formen dienten an diesem Nachmittag nicht allein nur die traditionellen Sandvorlagen. Insbesondere für die Kunstwerke kamen keramische Schalen zum Einsatz. Als 3-D-Druck hergestellt, ermöglichten sie eine sehr komplexe Formgebung.

Ausstellung in Salzwedel

Zu sehen sind die Arbeiten im Rahmen der Ausstellung „Transformation/Verwandlung“. Zur Vernissage sind Kunstfreunde am Donnerstag, 8. August, ab 19 Uhr in die Mönchskirche eingeladen. Die Ausstellung ist im Anschluss vom 9. August bis zum 10. Oktober jeweils von Dienstag bis Sonntag jeweils von 13.30 bis 16.30 Uhr an gleicher Stelle geöffnet. Die künstlerische Arbeit in Salzwedel und in Hilmsen möchte Hans Molzberger künftig deutlich erweitern.

„Die Vorhaben sollen dann nicht nur auf die Sommermonate beschränkt bleiben“, blickte Molzberger voraus. Mit einfließen soll in jedem Falle auch das in der Altmark bereits bekannt Projekt Rubins Colors. Darin wird der während des Nationalsozialismus ermordeten 1,5 Millionen Kindern gedacht. Sowohl das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt, als auch Landrat Michael Ziche haben Unterstützung beziehungsweise die Übernahme der Schirmherrschaft signalisiert.