Salzwedel l Ein dreiviertel Jahrhundert lagerte ein Stück Salzwedel im Westen von England. Genau genommen in der Stadt Oswestry in der Grafschaft Shropshire in den West Midlands. Nun, nach 75 Jahren, ist hölzerne Stück Handwerkskunst wieder an seiner Geburtsstätte. Es befand sich im Besitz von Stephen Coombs.

„1945 hat der Stiefvater von Stephen Coombs die Schnitzerei mitgenommen“, erklärt Andreas Köhler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Hansestadt Salzwedel. Der Stiefvater sei als Soldat der englischen Armee nach Deutschland gekommen und habe das Holzstück als Souvenir mit auf die Insel genommen.

Entstehung 1935

Nach 75 Jahren habe sich nun der Schwiegersohn bei der Salzwedeler Stadtverwaltung gemeldet. Er wollte das hölzerne Kunstwerk gerne wieder im Besitz der Stadt wissen, woher es stammt.“ Seitdem ist die Holzdekoration wieder in seiner Heimatstadt“, freut sich Köhler. Die Entstehungszeit des Holztellers vermutet Stadtarchivar Steffen Langusch im Jahr 1935. Höchstwahrscheinlich habe der Salzwedeler Holzbildhauer Eduard Heinemann das Kunstwerk angefertigt. „Wie die Salzwedeler Stadtnachrichten 1939 berichteten, war Heinemann von ehemals drei Holzbildhauern der letzte, der seine Zunft am Leben erhielt“, hat Steffen Langusch in seinem Archiv herausfinden können. Der Holzbildhauermeister, der aus Berlin nach Salzwedel gekommen sei und sich in der Salzwedeler Mittelstraße selbstständig gemacht habe, habe zahlreiche dekorative Dinge aus Holz geschaffen. „Im Juli 1951 verstarb Eduard Heinemann im Alter von 78 Jahren“, so Langusch.

Die holzgeschnitzte Scheibe mit dem Salzwedeler Stadtwappen in der Mitte werde einen dekorativen Platz im Salzwedeler Rathaus finden, versichert Stadtsprecher Andreas Köhler: „Ein Dankeschön geht an Stephen Coombs aus Oswestry, der das schön ausgearbeitete Stück wieder der Hansestadt zurückgab.“