Salzwedel l Nach den Dürrejahren 2018 und 2019, die auch im niederschlagsreicheren 2020 nicht ausgeglichen werden konnten, sind die intensiven Regen- und Schneefälle positiv für den Wasserhaushalt. So seien im Raum Salzwedel und Gardelegen insgesamt rund 40 Liter je Quadratmeter gefallen, teilt das Presseteam des Altmarkkreises auf Anfrage mit. Gut die Hälfte davon fiel bei Eiseskälte als Schnee. Mit steigenden Temperaturen verflüssigte sich die weiße Pracht. Die gefrorenen Böden konnten das Wasser jedoch nicht aufnehmen. Deshalb ist es verstärkt in die Oberflächengewässer geflossen.

„Die Wasserstände der Dumme, als gefällestarker Fluss, lassen dies gut nachvollziehen“, erklärt Pressesprecherin Inka Ludwig. Dort seien innerhalb weniger Stunden Abfluss und Pegel deutlich gestiegen. „Dies war auf Grund des Ausbleibens weiterer Niederschläge zum Glück aber nicht andauernd“, erklärt Ludwig. Freitag waren die Wasserstände der Dumme in Tylsen bereits um 30 und der Jeetze in Sienau um 15 Zentimeter gefallen.

Situation könnte sich entspannen

„Vorausgesetzt, die angekündigten Niederschläge fürs Wochenende fallen als Schnee, sollte sich die Situation weiter entspannen“, schätzt sie ein. Allerdings könne es bei plötzlich einsetzendem Tauwetter schnell wieder zu höheren Pegeln kommen.

Überschwemmungsgefährdete Gebiete sind digital hinterlegt und können dort eingesehen werden - Wasserstände, Durchflüsse, Alarmstufen und Hochwassermeldungen: https://hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de,
Überschwemmungsgefährdete Flächen: https://www.geofachdatenserver.de/de/lhw-hochwassergefahrenkarten.html . Größtenteils sind davon im Altmarkkreis nur landwirtschaftliche Flächen – hauptsächlich Wiesen – betroffen. Überflutungen in den bewohnten Gebieten seien nur bei einem Jahrhunderthochwasser zu befürchten. Dies wird mit dem Wert HQ 100 beziffert. Er bedeutet ein Hochwasser in 100 Jahren. Unheil droht auch bei absoluten Höchstwerten, dem sogenannten HQ-extrem, mit dem einmal in 200 Jahren zu rechnen ist.

Wasserwehren vorhalten

Der Altmarkkreis ist als untere Wasserbehörde für die Abwehr von Gefahren, die bei Hochwasser, Eisgang und anderen damit im Zusammenhang stehenden Ereignissen auftreten, zuständig. Dazu könnten alle Gemeinden und Bürger hinzugezogen werden. Zum Schutz vor diesen Extremen haben häufig betroffene Kommunen Wasserwehren vorzuhalten. Zum Teil sei diese Aufgabe den Feuerwehren zugewiesen worden.

Grundsätzlich sollten sich die Bürger der Situation angepasst verhalten – also keinen Hochwassertourismus betreiben, erklärt Ludwig. Ratsam sei, sich von den Gewässern fern zu halten und insbesondere darauf zu achten, dass Kinder ihnen nicht zu nahe kommen.