Salzwedel l „Es ist unsere Aufgabe, klar gegen Rassismus einzustehen“, mahnte Bürgermeisterin Sabine Blümel in ihrer Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus an der Gardelegener Straße. An der Stelle, wo vor 75 Jahren noch 3000 Menschen im Außenlager des KZ Neuengamme inhaftiert waren, gequält und ermordet wurden. Zuvor legte die Bürgermeisterin auch am Ehrenmal an der Ritzer Brücke einen Kranz nieder. Neben Sabine Blümel und Landrat Michael Ziche wohnten mehr als 50 Salzwedeler der Gedenkveranstaltung bei. Darunter auch Anika Binde und Marie Mewes aus der 10. Klasse der Lessing-Schule, welche „Die jungen toten Soldaten“ von Dichter Archibald MacLeish vortrugen.

Eine bedrückende Stimmung machte sich breit, als die Salzwedelerin Sabine Spangenberg Auszüge aus einem Brief von der Vorsitzenden des Auschwitz-Komitees, Esther Bejarano, verlas. Darin mahnt die Holocaust-Überlebende zu entschlossenem Handeln "gegen das Treiben der Neonazis". Weiterhin fordert sie in ihrem Schreiben, welches auch an Bundespräsident und Bundeskanzlerin addressiert ist, sich gegen die Ausbeutung von Menschen auszusprechen sowie Kriegen und Waffenhandel einen Riegel vorzuschieben.

Pfarrer Joachim Thurn betete mit den Anwesenden und Falk Kindermann von der Kreismusikschule spielte zur Gedenkveranstaltung auf der Klarinette. Bitterer Beigeschmack: Unter Buh-Rufen legte eine AfD-Vertreterin einen Kranz nieder.