Salzwedel l Besonders schön ist er derzeit nicht. Es fehlt ihm an Farbe und geeigneten Sitzmöglichkeiten. Eine Einladung zum Austauschen, Verweilen oder Lernen sieht anders aus. Der Ort, der derzeit noch den Charme vom DDR-Einheitsbrei ausstrahlt, soll modernen Konzepten Platz machen. Die Rede ist von dem Platz unter der Aula der Ganztagsschule Lessing in Salzwedel – und genau das will Schulleiterin Heike Herrmann zeitnah ändern.

Wer die Lessing-Ganztagsschule in Salzwedel besucht, wird bereits beim Betreten der Bildungseinrichtung von modernen Medien empfangen. Die Schule zeigt sich ihren Besuchern selbstbewusst und kreativ. Nur eben unter der Aula nicht. „Die Schüler sitzen sehr gern unter der Aula“, sagt Heike Herrmann, die das Potenzial dieser Fläche längst nicht ausgenutzt sieht.

380 Schüler aus 15 Nationen

„Wir brauchen einen bunten Ort der Begegnung“, erklärt sie der Volksstimme. 380 Schüler aus über 15 Nationen besuchen die Lessing-Schule. „Oft stehen die Schüler in kleinen Grüppchen aus unterschiedlichen Nationen auf dem Schulhof“, sagt Herrmann. Doch das müsse laut der Schulleiterin nicht so sein. „Wir wollen den Platz für Integration und Inklusion nutzen – die Stärkeren sollen dort den Schwächeren helfen“, berichtet Heike Herrmann. Daher hatte sie die Idee, den Platz unter der Aula umzugestalten. „Aber bloß nicht im Stil der Erwachsenen, schließlich nutzen die Schüler den Platz.“ Daher hat die Schulleiterin im Kunstunterricht von den Schülern Sitzmöglichkeiten designen und die Ideen des Schülerrates mit einfließen lassen.

Nun sieht das Konzept folgendes vor: Durch Graffiti-Künstler soll das Grau einer kreativen Wandgestaltung im Stil der Bildungseinrichtung weichen. Aufgrund des hohen Honorars des Künstlers und der vielen Farben wird eine fünfstellige Summe fällig. Die Sitzmöbel sollen aus Euro-Paletten entstehen, dass ist derzeit angesagt. Diese müssen geschliffen und gestrichen werden. Damit es sich darauf auch angenehm für längere Zeit sitzen lässt, werden dafür noch Sitzkissen benötigt. Demnach stehen Stoffe, Garn und Honorar für eine Schneiderin auf Heike Herrmanns Liste. Summa summarum wird eine Gesamtsumme von über 15 000 Euro fällig.

Holzrollen als Tische

Das die Schulleiterin nicht einfach so eine Summe geschenkt bekommt, ist ihr bewusst. Daher haben Schüler und Hausmeister bereits in Eigenleistung begonnen. So hat Hausmeister Ronald Müller zahlreiche Paletten organisiert und zum Teil mit Schülern geschliffen. Auch zwei große Holzrollen für künftige Tische sind schon da.

Die Schülerfirmen haben schon Geld für das Projekt abgeworfen, so dass Herrmann noch 4000 Euro benötigt. Nun hoffen die Schüler, dass ihr Platz endlich zum bunten Ort der Begegnung wird.

Jetzt bewerben

Die Volksstimme und die PSD-Bank fördern kreative Projekte in diesem Jahr zum elfen Mal mit bis zu 4000 Euro. Ein Teil der insgesamt 50 000 Euro ist erstmals für digitale Projekte reserviert. Mitmachen können Schüler von der ersten bis zur 13. Klasse - als Klassenverband, Gruppe oder Arbeitsgemeinschaft. Bewerbungsschluss ist der 30. April 2017. Eine Online-Bewerbung hier möglich.