Arendsee l Von Vermögen der ehemaligen Parteien und Massenorganisationen soll auch die Einheitsgemeinde Arendsee profitieren. Dafür müsste ein Antrag gestellt werden. Die Fraktion Arendsee Land/Freie Liste hat diesen Schritt nun angeschoben und grundsätzlich die Zustimmung vom Stadtrat erhalten. Wirtschafts- und Sozialausschuss werden zunächst erarbeiten, mit welchem Projekt genau sich Arendsee bewerben soll. Fest steht: Es muss einen sozialen Charakter haben. Stadtrat Jens Reichardt brachte das Strandbad ins Spiel. Denn der Begriff „soziale Infrastruktur“ sei vom Land breit gefächert. Bürgermeister Norman Klebe erinnert an eine alte Idee, einen behindertengerechten Zugang vom Strand ins Wasser zu bauen.

Das Stadtoberhaupt informierte im Nachgang der Sitzung auch über das Ergebnis einer Personalentscheidung, die im nicht öffentlichen Teil getroffen wurde. Sonja Nowak ist nun Interims-Geschäftsführerin der Luftkurort Arendsee GmbH. Und zwar so lange, bis der erkrankte Michael Meyer seinen Dienst wieder antreten kann. Die bisherige Vize-Geschäftsführerin sprach offen über Investitionsbedarf im Strandbad. Dieses ist in die Jahre gekommen, wie zum Beispiel auch rein optisch an den ausgeblichenen Kunststoff-Bauteilen der Wasserspielgärten deutlich wird. Die Funktionstüchtigkeit ist aber durch einen anderen Fakt, den niedrigen Wasserstand, beeinträchtigt. Die Pumpen unterhalb des Steges hängen in der Luft. Sie sollen versetzt werden. Und zwar nahe des Rettungsschwimmer-Häuschens. Die Arbeiten sollen bis zur nächsten Saison abgeschlossen sein. Sie wurden verschoben, da die Wasserspielgärten nicht in Betrieb gehen konnten. Grund waren Corona-Auflagen.

Sponsorengeld aus dem Windpark

2021 könnte es aber wieder anders aussehen. Darum soll auch die Rutsche für die Zukunft fit gemacht werden. Instandsetzungsarbeiten stehen in den nächsten Monaten an. Zudem gilt es auch diese Pumpe zu versetzen.

Finanziert werden sollen die Vorhaben unter anderem durch Sponsorengelder aus dem Windpark, der sich nahe Höwisch befindet (10.000 Euro). Es gibt aber noch etliche weitere Ideen. Darum könnte die GmbH, die keine regelmäßigen städtischen Zuschüsse für das Freibad bekommt, Fördermittel gut nutzen. In Nachbarkommunen wird die Finanzierung anderes gehandhabt. Dort gibt es jährliche Zuwendungen.

Was Arendsee angeht, gibt es mehrere Investitions-Ansatzpunkte. Eine vorhandene Solaranlage stammt ebenfalls aus den 1990er Jahren. Mit einem neueren Modell könnte auch für Klimaschutz mehr getan werden. Außerdem sorgen regelmäßige Renovierungsarbeiten im Sanitärbereich für ein Wohlgefühl bei den Gästen.

Eingangsbereich nicht einladend

Die müssen zunächst durch den Eingangsbereich an der Kasse I. Und auch dort sieht das Unternehmen Handlungsbedarf. Der Abschnitt soll einladender wirken. Die große Informationstafel, deren Metallgerüst zum Teil durchgerostet ist, sorgt eher für ein gegenteiliges Gefühl. Diese soll verschwinden. Stattdessen könnte über die Flora und Fauna in textlicher Form an der Vogelvoliere informiert werden. Dies trägt dem Gedanken Rechnung, das Areal ein wenig in Abschnitt zu teilen. So wäre auch ein Fitness-Bereich mit Outdoor-Geräten denkbar. Außerdem spielt das Thema Sonnenschutz eine Rolle. Einige trockene Bäume mussten gefällt werden, die Stuppen gilt es noch zu entfernen. Danach wäre Platz für künstlichen Sonnenschutz.

Viel Sonne können die Gäste auch auf der Tribüne genießen, sollte sie ab der nächsten Saison wieder voll nutzbar sein. In diesem Jahr verhinderten die Corona-Regeln dies. Was nötige Instandsetzungsarbeiten angeht: Die Arendseer Stadtverwaltung arbeitet derzeit an dem Projekt.