Salzwedel l Berthold Schulze, Geschäftsführer der Jeetzeschule in Salzwedel, konnte seine Tränen anlässlich der offiziellen Einweihung der neuen Sporthalle nicht zurück halten. Wozu auch? Schließlich waren es Tränen der Dankbarkeit und der Freude zum Abschluss eines Projektes, in welches nicht nur viel Geld, sondern noch weit mehr Herzblut geflossen ist.

Mehr als zwei Millionen Euro hat der Umbau der ehemaligen Gießerei der Pumpenfabrik und späteren Lagerhalle der Avacon in eine Sporthalle gekostet. Das Besondere dabei: Der Anteil von Fördergeldern aus verschiedenen Töpfen liegt bei genau Null Euro. Eigenmittel, Spenden und nicht zuletzt ein Kredit der Sparkasse Altmark West ermöglichten das Vorhaben.

Durch alle Richtlinien gefallen

„Wir sind mit unserem Projekt durch sämtliche Richtlinien gefallen“, stellte Berthold Schulze fest. Im Nachhinein resultierte daraus sogar ein Vorteil. So entfiel die Pflicht für europaweite Ausschreibungen. Die Schule konnte statt dessen frei entscheiden, setzte auf Partner, die ihren Sitz in der Region haben.

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90 Prozent der Bausumme ging so an heimische Firmen. Und das war gut so. Denn das Vorhaben hatte seine Tücken. Schließlich galt es zunächst aus einer großen Industriehalle zwei voneinander unabhängige Gebäude mit völlig unterschiedlicher Nutzung zu machen, erläuterte Architekt Jan Bodenstein. Im zur Avacon gehörenden Teil laufen nach wie vor die Blockheizkraftwerke. Deren Geräuschkulisse und Schwingungen galt es vom Schulteil zu isolieren. Schließlich sollten hier beste Bedingungen für das Lernen und den Sport geschaffen werden. Das Ergebnis der Mühen hat sich am Ende gelohnt. Dank der Deckenhöhe von 10 Metern könnte hier sogar olympisch Volleyball gespielt werden, versicherte Bodenstein. Handball, Basketball oder Floorball sind ebenso möglich. Eine mobile Abtrennung ermöglicht Schulsport für zwei Klassen gleichzeitig.

Zu den Nutzern gehört zudem der Schulsportverein Jeetze mit seinen 300 Mitgliedern. Dieser ist mit Floorball und Futsal, einer vom Deutschen Fußballbund favorisierten Art des Hallenfußballs, aktiv, erläuterte Vereinschef Mathias Schnoor.

Ideen sind willkommen

Ideen für weitere Angebote sind jederzeit willkommen. Lutz Franke vom Kreissportbund freut sich besonders darüber, dass die neue Halle auch externen Nutzern zur Verfügung steht. „Noch immer übersteigt die Nachfrage im Altmarkkreis die zur Verfügung stehenden Hallenzeiten. Daher ist die Halle im Landessportkataster eingetragen“, sagte Franke. Nach dem offiziellen Teil konnten die Schüler mit einem Turnier das neue Gebäude endlich in Besitz nehmen.

Herzlich begrüßt wurden zur Eröffnung der neuen Sporthalle auch Partner des Dawydow Gymnasiums aus dem rund 3100 Kilometer entfernten Naberezhnyie Tschelny. Passend zum Anlass überreichte Anna Anatoliewna den deutschen Freunden einen Fußball mit allen Unterschriften der russischen Schüler. Tatjana Alexandrowna konnte Musiklehrer Ulf Barnieske mit einer russischen Balalaika eine große Freude machen. Für beide Seiten war es bereits das insgesamt zwölfte Treffen. Ein guter Beleg dafür, dass Freundschaft auch über große Entfernungen möglich ist.