Salzwedel l Manches Model war etwas aufgeregt, andere setzten sich gekonnt in Szene. Doch alle einte: Sie sind wohl die schönsten ihrer Art. Daher hieß es am 4. und 5. Januar: Laufsteg statt Kochtopf. Anlass war die 17. Altmark-Rammlerschau im Salzwedeler Reitstadion, ausgerichtet vom Kaninchenzuchtverein G236 Salzwedel und Umgegend.

Deren Vorsitzender Mike Hennings, der gleichzeitig den Vorsitz des Landesverbandes der Kaninchenzüchter Sachsen-Anhalt inne hat, zeigte sich zufrieden. Allein am Sonnabend seien 150 Besucher in die kühle Reithalle gekommen, um Meister Lampe in Vollendung zu bestaunen.

Viele Faktoren von Bedeutung

Doch woran erkennt man, ob der Mümmelmann das Zeug zum Model hat? Hennings erklärt es am Beispiel der Deutschen Riesen. Eine Rasse, die erstmals 1893 in Chemnitz ausgestellt wurde. Und der Name ist Programm. Die Tiere sind größer als kleine Hunderassen und haben bis zu elf Kilogramm auf ihren puscheligen Rippen. Für einen Platz auf dem Treppchen schauen die Preisrichter auf das Gewicht, die Körperform – ob gestreckt oder kurz – die Dichte des Fellhaares, natürlich die Größe der Löffel und auch die des Kopfes, erläutert der Kaninchen-Profi. Weiterhin seien Deck- und Unterfarbe von Bedeutung. „Wichtig ist auch der Pflegezustand“, sagt Hennings. Denn kranke oder ungepflegte Tiere würden nicht zugelassen werden: „Wir achten auf den Tierschutz.“

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Ursprünglich Masttiere

Einer der Gewinner ist Karl-Heinz Herrmann aus Sienau. Wobei, gewonnen haben genau genommen seine Künglein: Weiße Neuseeländer. „Die wurden ursprünglich mal als Masttiere aus den USA eingeführt“, erklärt Herrmann, der seit 40 Jahren die Langohren züchtet. 70 Tiere hat er aufgezogen und ein paar mit zur Wertung gebracht. Es hatte sich gelohnt. Karl-Heinz Herrmann hat den Ehrenpreis des Landrates mit seinen Tieren abgeräumt. Kurz gedrungen und breit sei diese Rasse. „Wir züchten sie eleganter“, sagt Herrmann. Mit bulligem Kopf, der gleichen Breite an Vorder- und Hinterseite und dichtem weißem Fell. Die Ohren seien kurz und flauschig. „Ohren und Körper müssen im Verhältnis passen“, weiß der Züchter aus Sienau.

Ganz kleine Löffel hat die gedrungene Rasse Hermelin Blauaugen. Überhaupt ist das Kaninchen nicht viel größer als der Kopf des Deutschen Riesen. Dafür aber bei den Kindern beliebt, erzählt ein Junge vor dem Eingang der Rammlerschau.

Verein 1916 gegründet

Übrigens: Der Kaninchenzuchtverein aus Salzwedel blickt auf eine lange Tradition zurück. „Der Verein hat sich 1916 gegründet“, weiß Vorsitzender Mike Hennings. Bis zur Wende habe man die Ausstellungen immer im Reitstadion ausgerichtet. Dann sei der Verein 30 Jahre lang an anderen Standorten gewesen. Damit ist nun Schluss, der Verein wieder an alter Wirkungsstätte angekommen. „Back to the roots“ (zu deutsch: Zurück zu den Wurzeln), sagt Mike Hennings abschließend.