Osterburger Carnevalsgesellschaft unter Präsident Thorsten Schulz bot mitreißendes Programm im Kulturhaus Zu den sieben Quellen

Karneval: Funkengarde heizt Vienauer Narren mit furiosen Tanzeinlagen und Cancan ein

Von Helga Räßler

Die Vienauer feierten zum ersten Mal Karneval im Kulturhaus Zu den sieben Quellen. Die Osterburger Jecken rissen ihr Publikum mit Funkentanz, Büttenreden und Männerballett mit. Auch ein Hauch Afrika war dabei. Auftakt war der Einmarsch der Olsenbande.

Vienau l Unter dem "Trotz Krise in ganz Euroland - die Altmark feiert Hand in Hand" marschierten am Samstagabend die Osterburger Karnevalisten in den Saal des Vienauer Kulturhauses Zu den sieben Quellen. Begeisterter Beifall eines fantasievoll kostümierten Publikums empfing sie. "Wir sind ein fahrendes Volk, und wenn Narren reisen, gehört gute Stimmung dazu", begrüßte der Präsident der Osterburger Carnevalsgesellschaft, Thorsten Schulz, die Zuschauer. Er nahm mit Elferrat und singendem Ministerrat im Präsidium Platz.

Aber bevor dann Funkengarde, Stadtwache und Prinzenpaar einmarschierten, hatte die Olsenbande ihren Auftritt: Zu aus den Filmen bekannter Musik tippelte der "00-Schneider-Clan" mit einem Zigarre rauchenden Egon Olsen alias Detlef, einem trippelnden Kield alias Andy und dem kleinen Benny alias Ronny zur Bühne. Dort knackten sie einen Panzerschrank und heraus sprang ein Funkengardegirl.

Die Mädchen unter der Leitung von Trainerin Julia Pflug tanzten schwungvoll und wirbelten beim Cancan ihre Beine hoch. Weitere Tanzeinlagen boten sie als Diskospatzen mit Verstärkung. Dabei animierten sie auch die Zuschauer zum Mittanzen. Keinen hielt es dabei auf dem Platz. Und beim Afrika-Medley verzauberten die Tänzerinnen alle mit ihren knappen Kleidern und rhythmischen Bewegungen.

Für den tänzerischen Höhepunkt des zweistündigen Programms sorgte aber das Männerballett mit einem charismatischen Stefan Zimzik als Lou Beega. Er schwang seine Hüften im Takt, zog alle mit seinen Blicken in den Bann und holte sich seine Tänzerin aus dem Saal. Die männlichen Ballettmiezen umschwärmten ihn und setzten dem Ganzen mit ihrem Trompetenspiel den Punkt aufs I.

Für seinen Wortwitz voller Spitzen und Pointen erntete Büttenredner Christoph Pflug tosenden Beifall und Lacher ohne Ende. Er nahm ohne Pardon den skandalumwobenen Bundespräsidenten aufs Korn. "Heute kann man sogar sagen: Welch ein politgeiles Arschloch - dafür wäre man früher nach Bautzen eingefahren", sagte er. Er ließ sich auch über abgehalfterte Scheinpromis im Dschungekcamp, Umwelthysterie, Eurokrise und die griechische Pleite aus. Er verschonte auch Neonazis und Verfassungsschutz nicht. "Über Kuba lacht die Sonne - über uns die ganze Welt", klang es zur Erheiterung der närrischen Gesellschaft aus der Bütt.

Weitere wortstarke Glanzpunkte waren Fräulein Grottenmeier am Rollator und ein Helga-Hahnemann-Double. Hinter beiden steckte Ingeborg Mikulla. Mit rotem Wallehaar und schwarzem Outfit, durch das die Spitzenstrümpfe gut sichtbar waren, bezauberte Harry Böttcher als Sängerin Andrea Berg. Ein Dankeschön und Karnevalsorden der Osterburger gab es für Rüdiger Palm und Joachim Walter vom Vienauer Sportverein für die perfekte Organisation des ersten Karnevals mit den Osterburger Narren, die in diesem Jahr ihre 37. Session in der Biesestadt feiern.