Salzwedel l Tina Lieske (21) und Julia Gordienko (18) stehen auf der Treppe im Salzwedeler Feuerwehrhaus. Sie warten auf ihre Prüfung. Ein bisschen aufgeregt sind sie schon. Fünf Wochenenden lang haben sie ihre Ausbildung zum Sanitäter im Katastrophenschutz absolviert und zwischendurch noch die Theorie gebüffelt. Einen schriftlichen Test und die Reanimationsprüfung haben sie bereits bestanden. Nun müssen sie das Erlernte mündlich und praktisch unter Beweis stellen.

Bevor die beiden jungen Frauen aufgerufen werden, gehen sie noch einmal die wichtigsten Schritte durch. Dann geht es los. Zunächst überprüfen sie die vorhandenen Materialien, Instrumente und Medikamente. Dann bekommen sie ihre Aufgabe: Ein 13-Jähriger hat seinem vierbeinigen Spielkameraden auf den Schwanz getreten, weshalb der Hund ihn in den Unterarm gebissen hat. Die beiden wissen ganz genau, wie vorzugehen ist. Beruhigen das Kind, gespielt von Tony Lütjens, der beim DRK eine dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter absolviert. Dann versorgen sie die Wunde. Blutdruck-, Puls- und Sauerstoffgehalt des Blutes messen gehören genauso dazu, wie die Frage nach den Angehörigen und die Übergabe des Verletzten an die Profis vom Rettungsdienst. Noch einige Fragen beantworten. Geschafft. Die Prüfer André Lammek, Michael Seger und Simone Müller vom DRK-Kreisverband in Salzwedel sind zufrieden.

Genau wie die anderen Teilnehmer von den Feuerwehren Pretzier, Langenapel, von der Rettungshundestaffel und der Wasserwacht des DRK können die Frauen nun als Sanitäter eingesetzt werden. Die DRK-Ehrenamtlichen bekommen einen entsprechenden Aufnäher, die Feuerwehrleute eine Anstecknadel.

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Viel Freizeit investiert

Die Erleichterung ist allen anzumerken. Immerhin haben sie alle viel Freizeit in die Ausbildung investiert. Freitags von 18 bis 22 Uhr und sonnabends von 8 bis 16 Uhr dauerten die Seminare. Aber damit war es nicht getan, wie DRK-Ausbilder Michael Seger betont. Denn es musste zwischendurch noch viel gelernt und nachgearbeitet werden. „Die Ausbildung hat schon ein hohes Niveau“, erklärt er.

Eingesetzt werden die Sanitäter bei Veranstaltungen und im Katastrophenfall sind sie ebenfalls unverzichtbare Helfer, erklärt der Ausbilder. Dabei sind sie in der Regel zu zweit unterwegs.

Bei der Wasserwacht engagiert

Tina Lieske und Julia Gordienko engagieren sich bei der Wasserwacht und haben beide das Rettungschwimmerabzeichen in Silber erreicht. Julia möchte noch die Stufe Gold ablegen. Gern sind die beiden in ihren ehrenamtlichen Jobs am Arendsee, in Freibädern oder auch am Kiessee in Wischer unterwegs, waren aber auch schon bei größeren Veranstaltungen wie dem Hansefest im Einsatz. Es macht ihnen Spaß und sie mögen die Gemeinschaft, antworten sie auf die Frage, warum sie ehrenamtlich aktiv sind.

„Wir können immer Unterstützung gebrauchen“, sagt Michael Seger. Er würde sich freuen, wenn noch mehr junge Leute Interesse für die Arbeit des DRK zeigen und in den einzelnen Sparten wie dem Sanitätszug, bei der Wasserwacht, für den Blutspendedienst mitmachen oder andere ehrenamtliche Aufgaben übernehmen.