Arendsee l Betroffene meldeten sich bei der Volksstimme, die Skepsis ist spürbar. Eltern wollen wissen, wie es in den Kindertagesstätten innerhalb der nächsten Wochen im harten Lockdown weitergeht. Verantwortlich für den Betrieb der Einrichtungen in der Einheitsgemeinde ist die Verwaltung. Haupt- und Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen beantwortete im Volksstimme-Gespräch die aktuellen Fragen.

Befürchtet wird von einigen Eltern zum Beispiel: Einrichtungen könnten komplett geschlossen und stattdessen eine Kita als zentrale Lösung für die Notbetreuung ausgewählt werden. Dazu gab es vom Amtsleiter gestern ein „Nein“ als Antwort. Alle Kindertagesstätten werden betriebsfähig gehalten, und auch die pädagogischen Fachkräfte sind vor Ort. Die Mädchen und Jungen müssen ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen.

Was das Prozedere der Antragstellung angeht, gibt es ebenfalls Verwirrung. So müssen – wenn vorhanden – beide Elternteile eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen. Es reicht eigentlich aus, wenn nur ein Elternteil einen systemrelevanten Beruf ausübt. Aber trotzdem will die Verwaltung wissen, was der Partner beruflich macht. Ein Beispiel: Eine Frau arbeitet in der Verwaltung. Damit gilt sie als systemrelevant. Der Mann ist als Handwerker tätig. Nicht alle Gewerke gelten als systemrelevant. Trotzdem darf im Handwerk weiter gearbeitet werden. Wenn der Vater also wie bei diesem Beispiel zur Baustelle muss und die Mutter in die Verwaltung, gibt es einen Anspruch auf die Notbetreuung.

Verwaltung möchte Kulanz zeigen

Um das schriftliche Beantragen kommen Betroffene nicht herum. Auch das Argument, bereits Zettel beim ersten Lockdown im Frühjahr abgegeben zu haben, zieht nicht. „Dies ist bereits ein halbes Jahr her. In diesem Zeitraum kann sich einiges ändern“, so Michael Niederhausen. Er meint damit einen möglichen Wechsel des Berufes. Da die Kinder im Vordergrund stehen, wird aber bei der Abgabe der Schriftstücke nicht auf einen genauen Tag geachtet. Die Kinder werden nicht abgewiesen, die Verwaltung will Kulanz zeigen und setzt auch auf die Erfahrung der pädagogischen Fachkräfte. Die kennen die Eltern, wissen oftmals, wo sie arbeiten und auch, ob bei der Notbetreuung alles seine Richtigkeit hat.

Diese beginnt vollständig am kommenden Montag. Bereits in dieser Woche sei aber ein Rückgang der Kinderzahlen in den insgesamt fünf Einrichtungen der Einheitsgemeinde zu bemerken, betont der Haupt- und Ordnungsamtsleiter. Etliche Eltern haben von sich aus ihren Nachwuchs zu Hause gelassen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

Schließzeiten bleiben unverändert

Die Kita-Mitarbeiterinnen nutzen die Zeit, um zum Beispiel Arbeiten wie Dokumentationen zu erledigen. Es gebe auch die Möglichkeit, angesammelte Überstunden zu minimieren. Dies werde in den Einrichtungen individuell je nach Bedarf geregelt. Alle Kitas der Einheitsgemeinde schließen übrigens in der Woche zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel komplett. Dies hat aber nichts mit Corona zu tun. Es handelt sich um festgelegte Schließzeiten. Diese wurden im Vorfeld mit den Eltern-Kuratorien besprochen. Das Prozedere gibt es bereits seit Jahren und damit lange vor der aktuellen Pandemie.

Dies beschäftigte bezugnehmend auf die Kitas auch den Sozialausschuss. Stadtrat Sven Schottenhamel erklärte, wie wichtig der Informationsfluss zwischen Eltern und Verwaltung ist. Er meldete sich  bei der Volksstimme und betonte dies erneut. Ihm gehe es darum Unsicherheiten möglichst schnell zu beseitigen. Von der Variante, die Notbetreuung zu meiden und die Kinder stattdessen zu den Großeltern zu bringen, rät der Kommunalpolitiker dringend ab: „Oma und Opa gehören oft zur Risikogruppe.“

Einen direkten Austausch bei Fragen und Problemen bevorzugt ebenfalls Michael Niederhausen. Er ist unter der Telefonnummer 039384/976 18 im Rathaus zu erreichen. „Eltern können mich natürlich gerne ansprechen“, so der Amtsleiter. Dies sei in dieser Woche bislang kaum geschehen. Es gibt auch die Möglichkeit, per E-Mail ins Gespräch zu kommen (info@stadt-arendsee.de).