Salzwedel l Muss der Kita-Beitrag gezahlt werden, obwohl die Kinder derzeit zu Hause betreut werden? Und wenn Kinder in der Notbetreuung sind, müssen deren Eltern den vollen Beitrag zahlen oder eher einen Notbeitrag? Fragen wie diese brennen vielen Eltern derzeit unter den Nägeln.

Doch eine Antwort darauf kann Doris Gensch, Leiterin des städtischen Kita-Eigenbetriebs, derzeit nicht geben. „Das ist nicht meine Entscheidung. Wir warten auf Informationen der Landesregierung, wie dies geregelt wird“, erklärt sie der Volksstimme im Gespräch.

49 Kinder in Betreuung

Derzeit werden nach Auskunft von Doris Gensch 49 Kinder in den Einrichtungen des Eigenbetriebes betreut. Im Normalfall wären es 1189 Sprösslinge aus der Einheitsgemeinde. Ob und wie sich die Zahlen derer, die in Notbetreuung sind, verändern, kann sie auch nicht sagen. „Wir leben mit der Veränderung und stehen zur Verfügung, wenn es mehr Kinder werden.“ Eltern, die Informationen brauchen, mögen als erstes einen Blick auf die Internetseite des Kita-Eigenbetriebs werfen (www.kita-salzwedel.de). Dort steht auch die Telefonnummer der Einrichtung, um Fragen persönlich zu klären – 03901/30 73 80. Auch via Mail sind die Verantwortlichen erreichbar. Eltern können ihre Fragen an info@kita-salzwedel.de senden.

Das gilt auch für die Eltern, die sich im Unklaren darüber sind, ob ihrem Kind eine Notbetreuung zusteht. Denn noch immer sind Mütter und Väter irritiert, ob ein Anspruch für den Nachwuchs besteht oder nicht. So erreichte die Volksstimme die Frage, ob das Kind eines Baumkuchenbäckers auch dazu gehört, schließlich handele es sich um einen Arbeitsbereich in der Lebensmittelbranche. Nein, diese Kinder haben in Salzwedel keinen Anspruch, stellt Doris Gensch klar. „Nicht jeder, der glaubt, er arbeitet in einer Schlüsselposition, tut das schlussendlich auch.“ Denn während ein klassischer Bäcker die Bevölkerung mit Brot versorgt, handele es sich bei Baumkuchen eher um ein Luxusprodukt. Doris Gensch bespreche solche Fälle mit dem Jugendhilfeträger und habe sich darauf verständigt.

Altmarkkreis spricht Machtwort

Das sieht Dezernentin Kathrin Rösel anders: „Natürlich hat das Kind eines Baumkuchenbäckers Anspruch auf Notbetreuung.“ Die Dezernentin wird sich mit Doris Gensch austauschen, um künftig eine gemeinsame Linie zu fahren.

Unterm Strich aber funktioniere die Notbetreuung gut. Auch und gerade, weil die meisten Eltern umsichtig mit der Situation umgehen würden. „Ich bin aufgrund der Solidarität der Eltern positiv gestimmt“, sagt Doris Gensch.

Derzeit ist noch das gesamte Kita-Personal im Einsatz. „Das ist nächste Woche aber nicht mehr so“, versichert Doris Gensch. Zur Zeit würden Gespräche mit den Mitarbeitern geführt, wer Urlaub nimmt oder Überstunden abbaut.