Salzwedel l Es ist ein Vorhaben, das den Mitgliedern des Betriebsausschusses Kindertagesstätten besonders am Herzen liegt: die Kindertagesstätte Siebeneichen auf Vordermann zu bringen. Im vergangenen Jahr bestand noch Hoffnung auf Fördergeld aus einem Bundesprogramm, mit dem der Bau aus DDR-Zeiten auf einen modernen Stand gebracht werden sollte.

Doch die Kita wurde bei der Fördergeldvergabe nicht berücksichtigt. Das bedeutete erst einmal, kleinere Brötchen zu backen. Die Heizungsanlage aus den 1960er/70er Jahren, zu der unter anderem Nachtspeicheröfen gehören, soll erneuert werden.

Sanierung erst 2020

Doch das allein reicht nicht, wie Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch am Dienstagabend den Mitgliedern des Kita-Betriebsausschusses erklärte. Es muss ein Brandschutzkonzept für das Kita-Gebäude erstellt werden. Die sich daraus ergebenden Umbauten sollen im Zuge der Heizungsumstellung mit erfolgen. Schon jetzt sei klar, dass der Brandschutz in dem Haus nicht ausreicht und dabei auch die neue Anlage zu berücksichtigen sei. „Ich laufe nicht ins offene Messer“, sagte Doris Gensch.

Nachdem das Gutachten vorliegt, müssen die Ergebnisse in die laufende Planung eingearbeitet und ein Bauantrag gestellt werden. Das alles sei in diesem Jahr nicht mehr zu schaffen, schätzte die Betriebsleiterin ein. Sie schlug vor, in diesem Jahr noch Gutachten und Bauantrag auf den Weg zu bringen und dann 2020 mit der Sanierung zu beginnen.

Eine erste Kostenschätzung für Heizung und Brandschutz hat eine Summe von 380.000 Euro ergeben. Eine Zahl, die Ausschussvorsitzende und Bürgermeisterin Sabine Blümel mit einem ernsten Blick quittierte. Im August 2018 war in einer Sitzung des Ausschusses noch die Rede von 130.000 Euro. Das Haus in Siebeneichen ist nicht das einzige Kindertagesstätten-Gebäude, das beim Brandschutz nicht auf dem neuesten Stand ist.

Propstei-Kinder ziehen um

Nach den Sommerferien zieht die Propstei-Kita um. Dann wird auch dort ein Brandschutzkonzept erstellt, auf dessen Grundlage die erforderlichen Arbeiten in den historischen Gemäuer geplant werden können. Erst wenn die Experten ihre Arbeit erledigt haben, könne eine Kostenschätzung erfolgen, erklärte Doris Gensch. Vorher sei der Umfang gar nicht einzuschätzen. Anschließend geht es darum auszuloten, ob Fördergeld für die Maßnahmen zu akquirieren ist. Es werde eine Weile dauern, bis die Kita wieder bezugsfertig sei, sagte Doris Gensch am Mittwoch auf Anfrage der Volksstimme. Aber es werde an dem Standort mit der Nähe zum Park und dem schönen Spielplatz festgehalten, betonte sie.

Bis dahin sind die Jungen und Mädchen gut untergebracht. Die meisten von ihnen in der Kita Kronsberg, die über den meisten Platz verfügt. „Dort gibt es die größte Nutzfläche und somit die einzige Möglichkeit, so viele Kinder zusätzlich unterzubringen, ohne dass es zu eng wird“, erklärte sie. Die Betriebserlaubnis sei entsprechend angepasst. Die Eltern der 26 Jungen und Mädchen wissen Bescheid und sind einverstanden. „Wir hatten mehrere Alternativangebote gemacht“, so Gensch. Einige Eltern haben sie genutzt und sich für anderen Einrichtungen entschieden. Aktuell gehen 50 Kinder in die Propstei-Kita. 16 von ihnen kommen zur Schule, so dass 34 vorübergehend umziehen werden.