Amerikanische Kunstprofessorin stellt ab morgen in der Salzwedeler Mönchskirche aus

Kleine Dorfkirchen inspirieren

Von Anke Pelczarski

"Transition - Übergang" hat Esther Delaquis ihre Ausstellung genannt, die morgen in der Salzwedeler Mönchskirche eröffnet wird. Die Kunstprofessorin aus Houston (USA) hat einige ihrer Arbeiten in Hilmsen erschaffen.

Hilmsen. Die kleinen Dorfkirchen in der Altmark haben es Esther Delaquis besonders angetan. Ein Fenster des Dährer Gotteshauses hat sie sogar zu einem Werk inspiriert. "In Ghana, meiner Heimat, befinden sich die Kirchen in modernen Gebäuden. Und auch in den USA, wo ich seit 2006 lebe, kenne ich diese Art nicht", beschreibt die 28-Jährige, die an der Houston Baptist University in Texas unterrichtet.

Die künstlerische Ader hat die junge Frau quasi in die Wiege gelegt bekommen. Der Vater sei Maler und Kunstprofessor, die Mutter Textilkünstlerin. In ihrem Heimatland studierte Esther Delaquis Kunst, in den USA machte sie ihren "Master of Art".

Die Wahl-Amerikanerin hat sich der Malerei und der Druckgrafik verschrieben. Im Haus des Künstlers Hans Molzberger in Hilmsen fand sie ideale Arbeitsbedingungen vor. Und auch eine Druckpresse, die es ihr ermöglichte, neue Werke herzustellen, die bei ihrer ersten Ausstellung in Deutschland zu sehen sein werden.

In den Arbeiten der 28-Jährigen finden sich viele Farben und Motive wieder, die ihren Ursprung in Ghana haben. "Wir lieben helle Farben, die sehr bunt und sehr stark sind. Das ist bei uns Tradition", beschreibt Esther Delaquis. Dies wolle sie mit dem gerade Erlebten zusammenführen, den Übergang von ihrer Heimat zum Kirchenfenster in Dähre schaffen, nennt sie ein Beispiel.

Die Kunstprofessorin genießt die kühlen Sommertemperaturen in Hilmsen. In Houston seien es momentan 38 Grad Celsius, erzählt sie. Da falle jede Bewegung bei der dortigen hohen Luftfeuchtigkeit schwer. Hier könne sie durchatmen und sich inspirieren lassen. Die Altmark gefalle ihr auch, weil es hier so sauber sei und man viel Fahrrad fahren könne. Und eben wegen der alten Kirchen, die völlig neue Eindrücke vermitteln.

Was wird sie ihren Studenten erzählen, wenn sie wieder in Houston ist? "Dass sie eine ganze Menge verpasst haben", antwortet Esther Delaquis mit einem herzlichen Lächeln auf den Lippen. Denn der Aufenthalt in der Altmark öffne den Geist, um sich mit neuen Ideen auseinandersetzen zu können. "Ich werde meine Studenten dazu anregen, sich fürs nächste Jahr für einen Aufenthalt in Hilmsen zu bewerben", fügt sie hinzu.

Doch bevor die 28-Jährige über die Reise nach Europa berichten wird, fiebert sie der Eröffnung ihrer Ausstellung entgegen. Heute wird sie ihre großen Acrylgemälde und ihre Drucke in der Mönchskirche ins rechte Licht rücken. Morgen um 19 Uhr beginnt die Vernissage. Pauline Komarek mit ihrem Gesang und Gustav Dähnrich mit dem Gitarrenspiel werden die Eröffnung musikalisch begleiten. Die Werke können übrigens bis zum 4. September dienstags bis sonntags von 13.30 bis 16.30 Uhr betrachtet werden.

Hans Molzberger zeigt sich vom Schaffen seiner Künstlerkollegin beeindruckt. "Sie hat mit ihren 28 Lenzen schon viel erreicht. Das spricht für ihr außergewöhnliches Talent", sagt der Hilmsener. Er träumt davon, in seinem Haus eine Kunstschule zu eröffnen, damit dort ganzjährig kreative Köpfe arbeiten und verschiedenste Werke schaffen können. Dass die Umgebung inspirierend wirkt, das hat auch Esther Delaquis erfahren. Sie wird noch lange von ihrem Besuch in der Altmark schwärmen. Und die Bilder der alten Dorfkirchen mit in die Heimat nehmen.