Salzwedel l „Die Zeit ist schnelllebig“, sagte Sandra Balkow vom Haupt- und Kämmereiamt des Kreises kürzlich im Ausschuss für Bau, Wirtschaft und ländliche Entwicklung mit Blick auf die Klimadebatte. Sie sollte auf Anfrage der Fraktion Freie Liste Auskunft zum Stand der regionalen Energie- und Klimaschutzstrategie des Kreises geben.

Schnellladesäule bei Kreisverwaltung

„Die Verwaltung sieht ihre Aufgabe darin, auf aktuelle Entwicklungen einzugehen und diese auch für die Verwaltung direkt zu nutzen“, erklärt Inga Otte-Sonnenschein vom Amt für Kreisentwicklung auf Nachfrage. Dazu gehöre beispielsweise der Bau der ersten Schnellladesäule im Altmarkkreis in der Nähe der Kreisverwaltung. Der Bau dafür habe bereits vergangene Woche begonnen und soll noch in diesem Jahr fertig gestellt werden. Dafür greift der Kreis auf Fördermittel für den Aufbau der Ladesäuleninfrastruktur zurück. Denn wie Sandra Balkow im Ausschuss den Mitgliedern erklärte, seien weitere Ladesäulen geplant. Wo diese aber schließlich aufgestellt werden sollen, sei noch offen.

Übrigens: Die Schnellladesäule soll nicht nur den Mitarbeitern der Kreisverwaltung zur Verfügung stehen, sondern auch jedem anderen, der ein E-Auto fährt.

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E-Autos erst nach eineinhalb Jahren lieferbar

Doch nur mit Ladesäulen für Stromer ist noch nichts gewonnen. Daher stehen weitere Vorhaben auf dem Zettel von Landrat Michael Ziche. So zum Beispiel die energetische Bildung an Schulen in trägerschaft des Kreises, die Planung von Photovoltaik-Anlagen und auch weitere E-Fahrzeuge für den eigenen Fuhrpark. Zwei Stromer würden schon für die Verwaltung im Einsatz seien, hinzu kämen Hybridfahrzeuge. Doch bei der Anschaffung weiterer sechs E-Autos gebe es ein signifikantes Problem: „Die sind nicht lieferbar“, sagte Sandra Balkow im Ausschuss. Derzeit würde es eine eineinhalb Jährige Lieferzeit geben.

Und auch damit nicht genug. Die Verwaltung sieht sich bei E-Autos mit weiteren unliebsamen Begleiterscheinungen konfrontiert: Die Reichweite. Gerade bei der Zuschaltung von Heizung im Winter oder Klimaanlage im Sommer, sinkt die Reichweite massiv. Dies ist bei einem Flächenkreis wie der westlichen Altmark nicht unerheblich.

Gebäude sanieren

Neben den genannten Projekten, die der Kreis für die Zukunft anschiebt, sei man bei anderen schon weiter. Neubauten würden nun energetisch einwandfreie Gebäudehüllen bekommen, erläutert Inga Otte-Sonnenschein, bestehende Gebäude würden kontinuierlich saniert werden. Das Ziel: Der Unterhalt der Gebäude soll dadurch Schritt für Schritt finanziell und energetisch günstiger gestaltet werden – Stichwort CO²-Einsparung.

Auch betreibt der Kreis bereits Photovoltaaik-Anlagen oder rüstet auf LED-Technik um.

„Die Umrüstung in einem stark genutzten Gebäude auf LED zeigt Folgendes: bereits nach zwei Jahren und acht Monaten hat sich für den Kreis der Einbau von LED-Tubes, also Leuchtstoffröhren mit LED-Technik, amortisiert“, sagt Otte-Sonnenschein: „Diese Erfolge sehen wir bereits bei der Auswertung des Monitorings von Gebäuden.“ Doch die Umrüstung von alten Leuchtmitteln auf LED-Technik ist kostenintensiv, wie Sandra Balkow im Ausschuss vorrechnete. So würde das Umrüsten der Berufsschule in Salzwedel auf LED 65 000 Euro verschlingen.

Mitarbeiter sollen geschult werden

„Klimaschutz kostet auch Geld und es ist daher wichtig, ganz konkrete Ziele zu definieren und effektive und wirtschaftliche Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen“, weiß auch Inga Otte-Sonnenschein. Daher sollen die Mitarbeiter entsprechend geschult werden: „Der Landkreis setzt hier klar auf breites Fachwissen, das Beschäftigte im Haus in dem Zertifikatslehrgang zum „Kommunalen Energieberater“ erfolgreich erworben haben und in Fortbildungen erwerben.“

Es ist für den Altmarkkreis ein langer Weg zum Klimaschutz – in einer schnelllebigen Zeit.