Poppau l „Low Waste, High Energy“ (Wenig Müll, hohe Energie) lautete in diesem Jahr das Motto des einwöchigen Sommercamps, zu dem das Ökodorf Sieben Linden 250 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet begrüßen konnte. In verschiedenen Workshops und Veranstaltungen setzten sich die Campgäste mit den Begleiterscheinungen des Klimawandels, einem ressourcenschonenden Leben und Wirtschaften sowie der Vermeidung von Müll, besonders jenem aus Plastik, auseinander.

Im Gepäck vieler Teilnehmer waren gebrauchte Plastiktüten. Die wurden für ein besonderes Umweltkunstprojekt benötigt, das die beiden bildenden Künstlerinnen Ilka Leukefeld und Nicoletta Geiersbach initiiert hatten. Ziel war es, aus den nicht mehr benötigten Verpackungen einen riesigen Aero-Solar-Ballon zu bauen, der nur durch die Kraft der Sonne in den Himmel steigt. 90 Kinder und Jugendliche sowie 70 Erwachsene beteiligten sich in kleinen Gruppen an dem generationsübergreifenden Projekt. Dabei wurden die Tüten zu großen Planen zusammengeklebt, die schließlich einen Ballon bildeten.

Der Kreativität keine Grenzen gesetzt

Beim Gestalten der Hülle waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Jeder konnte dort Bilder und persönliche Botschaften, aber auch eigene Wünsche, Träume und Hoffnungen für die Zukunft des Planeten hinterlassen, so dass der Ballon zu einer Art schwebenden Galerie wurde, die auf die Verschmutzung der Erde durch Plastikmüll aufmerksam macht.

Bilder

Die Idee geht auf den argentinischen Performance- und Aktionskünstler Tomas Saraceno zurück, der dem Umweltgedanken mit verschiedenen fliegenden Skulpturen und Kunstobjekten Ausdruck verleihen wollte. Daraus entstand die Idee des Museo Aero Solar, eines schwebenden Museums in Form eines riesigen Solarballons aus recycelten Plastiktüten, der in einem Gemeinschaftswerk rund um die Welt ständig erweitert wird.

Ilka Leukefeld, die die Kunstbiennale in Halberstadt organisiert, hatte dort ein ähnliches Projekt bereits im vergangenen Jahr verwirklicht. „Das habe ich gesehen und gedacht, dass das etwas für unser Sommercamp wäre“, berichtete Nicoletta Geiersbach.

Ressourcenschonung

Durch die gemeinsame Arbeit an dem Ballon wird nach Einschätzung von Ilka Leukefeld nicht nur das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, sondern auch Bildung in Sachen nachhaltige Entwicklung, Müllvermeidung und Ressourcenschonung vermittelt. „Gerade für Kinder und Jugendliche, deshalb ist dieses Kunstprojekt auch etwas, das man mit Schulen zusammen machen könnte“, erklärte die Künstlerin, die in London lebt und arbeitet.

Am Sonntag stieg der Ballon dann zum Abschluss des Sommercamps in die Luft. „Er wird auf jeden Fall Teil des Museo Aero Solar, entweder als Einzelstück oder eingearbeitet in ein bestehendes Objekt“, kündigte Simone Britsch vom Bildungsreferat des Ökodorfes an.