Salzwedel l Ein alter Tresen erinnert in der ehemaligen Gaststube „Pup-Schröter“ an der Burgstraße 63 noch an vergangene Tage. Im Nachbarraum stehen noch die alten Kneipenstühle und einige Tische. Spätestens aber eine Etage tiefer im alten Gewölbekeller wird klar: Das Haus hat einige Jahre auf dem Buckel. „Die erste Erwähnung ist mindestens von 1787“, weiß Stadtarchivar Steffen Langusch. Und schon seinerzeit kamen die Salzwedeler, um kühles Bier zu trinken. Denn bereits vor mehr als 200 Jahren war es eine Brau- und Schankwirtschaft. Und diese Historie zieht sich bis in das Jahr 2017, als im Oktober die letzte Betreiberin, Brigitte Schröter, verstarb. Seitdem steht die Gastwirtschaft leer.

Nun möchte Tochter Nicole Schröter (32) mit ihrem Lebensgefährten Enrico Dannies (46) einen Neustart wagen. „Ich war nach dem Tod meiner Mutter mit dem Objekt allein überfordert“, beginnt sie zu erzählen. Daher bereue sie es auch, dass sie zuvor einige Schätze wie alte Aufnahmen und auch Mobiliar verkauft habe. „Ich musste ja auch die Beerdigung zahlen und meinen Sohn Leon (4) versorgen.“ Im Jahr 2018 reifte aber bereits die Idee, das traditionsreiche Geschäft wieder aufleben zu lassen. „Die Kneipe soll im Familienbesitz bleiben“, sagt sie.

Enrico Dannies, der parallel weiterhin die alte Brauerei in der Altperverstraße reaktivieren möchte, erfuhr ebenfalls davon, dass einige Habseligkeiten des Gasthauses verkauft werden sollen. So lernten sich beide kennen und später auch lieben. Da Dannies ohnehin sein eigenes Bergschloß-Bier in Salzwedel vertreiben möchte, fiel vor einem Monat die Entscheidung, die Gaststätte wieder zu öffnen.

Ziel: Eröffnung zu Weihnachten

„Wenn es nach uns geht, würden wir gerne zu Weihnachten öffnen“, nennt der Salzwedeler als ehrgeiziges Ziel. Ob das tatsächlich so schnell klappt, wisse er aber noch nicht. Denn die Liste an Arbeiten ist lang. Als erstes soll die Colbitzer-Werbung der des Bergschloß-Bieres weichen. Die Gaststube soll einen neuen Anstrich bekommen und die sanitären Anlagen überholt werden. Außerdem soll der Vereinsraum wieder Vereinen zur Verfügung stehen und zudem privaten Feiern. Alles in allem würden in beiden Räumen bis zu 70 Personen einen Platz finden.

Sollte es bis Weihnachten nicht klappen, soll Himmelfahrt 2021 die große Eröffnungssause stattfinden. Zu diesem Zweck soll eine Terrasse unter Bäumen auf dem Innenhof bestuhlt werden. Und sollte es regnen, geht es in die ehemalige Brauerei auf dem Gelände. Noch aber liegt viel Arbeit vor den beiden. Doch wenn alles klappt, wird eine Jahrhunderte alte Tradition der Hansestadt wieder belebt.