Winterfeld l „Wir stehen an der Seite unserer Landwirte und beäugen das grün geführte Ministerium kritisch“, sagte CDU-Kreisvorsitzender Peter Fernitz eingangs bei der Mitgliederversammlung in Winterfeld zu den Christdemokraten der westlichen Altmark und stimmte sie so auf den Wahlkampf für die Kommunalwahl am 26. Mai ein. Von den mehr als 300 geladenen Mitgliedern lauschten 50 stimmberechtigte seinen Worten. Auffällig dabei: Es waren fast nur Männer. Dies lässt sich auch an der Kandidatenliste für den Kreistag ablesen. 30 Männern stehen nur drei Frauen gegenüber.

Nicht nur die Landwirte liegen der CDU und Peter Fernitz am Herzen, sondern auch die Soldaten. Er wisse zwar, dass dies bei den Linken und Grünen nicht der Fall sei. Für die Christdemokraten sei der Truppenübungsplatz Altmark aber ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „Den brauchen wir“, so Fernitz. Daher sehe er es als eine Aufgabe für die Zukunft der Partei, diesen Standort zu erhalten. Grundsätzlich werde man sich der Probleme der Region annehmen, versprach der Kreisvorsitzende.

Arbeit an der Basis

Nachdem Bernd Wießel krankheitsbedingt aus der Geschäftsführung verabschiedet wurde und Michael Földi aus der Börde ihm in diesem Amt erst ab Juni folgen wird (den Übergang bis Juni übernimmt Henry Klipp), machte Landrat Michael Ziche den Christdemokraten Mut für den nun anstehenden Wahlkampf.

„Kommunalpolitik ist die Arbeit an der Basis“, machte der Landrat gleich zu Anfang deutlich. Und damit besagte Basis am 26. Mai auch das Kreuzchen hinter einem CDU-Kandidaten setzt, gab Ziche auch gleich Schwerpunkte mit auf dem Weg. Für die Schulen solle etwas getan, der Linienverkehr in seiner Breite gehalten und die „Erfolgsgeschichte Breitband“ fortgeführt werden, forderte er.

Erst Einigkeit, dann Unruhe

Nicht umhin kam Michael Ziche, die Lebensverhältnisse zwischen Metropolen und Flächenkreisen wie der Altmark gegenüberzustellen. Hier klaffe die Schere noch weit auseinander: „Wir wollen uns um den ländlichen Raum kümmern“, gab Ziche den Mitgliedern mit auf den Weg. Auch die hausärztliche Versorgung wolle sich die CDU auf die Fahnen schreiben, der Ärztemangel solle bekämpft werden.

Bis dahin herrschte Einigkeit in den Reihen der CDU. Unruhig wurde es allerdings, als Peter Fernitz über die Kandidatenliste abstimmen ließ. „Ich bin schockiert“, raunte Karsten Klingbeil, der für den Bereich Kalbe im Wahlbereich 5 antritt. Er sah sich mit der Liste vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne diese im Vorfeld intern abgestimmt zu haben. Nach Informationen der Volksstimme war der Wahlbereich nicht mit ausreichender Frist informiert worden. „Wir haben doch gerade abgestimmt“, hielt Fernitz dagegen. Doch darum ging es Klingbeil nicht, der nur mal seine „Meinung dazu loswerden“ wollte. Auch er stimmte schließlich für die Kandidatenliste.

Der mit Abstand jüngste Kandidat, Michael Benecke (18), setzte mit seinen Worten zum Schlussakkord an. Kommunalpolitik sei die Herzkammer der Politik, rief er mit kraftvoller Stimme durch den Saal. Und die mehrheitlich deutlich älteren Christdemokraten hörten tatsächlich aufmerksam zu, als Benecke riet, „zuzuhören, was die Menschen bewegt“. Die sehnten sich nach Heimat. „Dafür stehen wir“, erinnerte der 18-Jährige, der dem Kreisvorsitzenden Peter Fernitz damit die Schlussworte vorweg nahm.