Arendsee l Mit Spannung hatte Arendsees Bürgermeister Norman Klebe auf den Prüfungstermin gewartet. Er hatte im Vorfeld mehrere Seiten eines Erhebungsformulars ausgefüllt mit Daten über Emissionen, Verkehrsaufkommen, Heizarten, Infrastruktur überhaupt, Bebauung und Tourismus. Er hatte sich mit Informationen über den Luftkurort, die zertifizierten Terrainkurwege und die touristischen Angebote gewappnet, um bei der Prüferin vom Deutschen Wetterdienst Potsdam zu punkten.

Doch die verspätete sich und traf erst gegen Mittag ein. Das normale Verkehrschaos hatte sie im Griff gehabt. Doch dann ging es doch noch zur Sache, wenn auch nicht in Form von Messungen. „Heute messe ich keine Werte, denn es steht nur die kleine Zwischenprüfung an“, erklärte Heidrun Böttcher.

Test aller fünf Jahre

Die sei alle fünf Jahre fällig. „Nur wenn heute die Werte gravierend abweichen und Probleme auftauchen wie eine große Baustelle im Kurbereich oder ähnliches oder andere Beanstandungen auftreten, müssen nachträglich doch Geräte installiert werden“, erklärte die Fachfrau.

Bilder

So blätterte sie in dem Bericht des Bürgermeisters und ließ sich von ihm über den Ort informieren. Und beim anschließenden Ortsrundgang inspizierte sie die zertifizierte Tourist-Information im Haus des Gastes und die ebenfalls zertifizierten Terrainkurwege mit ihren verschiedenen Belastungsstufen für Kurpatienten mit Herz-, Kreislauf-, Atemwegs- oder Hautproblemen.

Stippvisite im Strandbad

Auch das Strandbad besuchte sie, um sich ein konkretes Bild vom Badegewässer und den sanitären und kulturellen Bedingungen zu machen. Weitere Stationen des Spaziergangs waren das Jugendfilmcamp, die „Queen Arendsee“ im fast fertig sanierten Zustand, das Gustav-Nagel-Areal und die Mutter-Kind-Kurklinik.

„Anhand aller meiner Unterlagen und Eindrücke muss ich danach einschätzen, ob die Kriterien des Deutschen Heilbäderverbands und der Kurorte-Verordnung erfüllt sind“, sagte Heidrun Böttcher im Volksstimme-Gespräch.

Messgeräte kommen 2024

Erst nach den nächsten fünf Jahren, also 2024, ist dann die große Prüfung angesagt, bei der dann tatsächlich Messgeräte an verschiedenen Standorten aufgestellt werden. Dann werden Feinstaub, Sonneneinstrahlung, Wind und Regen registriert und unter die Lupe genommen.

2004 hatte Arendsee per Luft- und Klimagutachten den Status als staatlich anerkannter Luftkurort verliehen bekommen. Ebenso 2014. „Das berechtigt uns immerhin, Kurtaxe von unseren Gästen zu erheben“, betonte Klebe. Inzwischen sei auch eine neue, überarbeitete Satzung dazu erlassen worden, die dieses Jahr aktualisiert wurde. „Mit den Einnahmen investieren wir in den Tourismus, zum Beispiel öffentliche Toiletten, Queensanierung oder Seepromenade.“